Posts Tagged ‘Aleppo’

Casting Crowns – Hintergründe zum Titel I heard the bells on christmas day (peace on earth)

Monday, November 14th, 2016

Schon Mitte November kommt man schnell auf den Gedanken als Leiter eines Chores, irgendwie gehört in ein Jahreskonzert, das üblicherweise gegen Ende des Jahres und in der Adventszeit stattfindet einen Bezug zu Weihnachten zu finden. Natürlich kann man dann zu den poppigen Christmasliedern aus Amerika greifen, man kann sich aber auch überlegen wie wirkt eigentlich Weihnachten auf einen, wenn abends die Nachrichten angeschaut wird und von soviel Leid auf der Welt berichtet wird.

Ich hörte die Glocken am Weihnachtstag
Ihre alte bekannte Weihnachtslieder spielen
Und Mild und süß ihre Lieder wiederholen
Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen

Und die Glocken läuten
Wie ein Chor singen sie
In meinem Herzen höre ich Sie
Frieden auf Erden, guter Wille, Männer

Und in der Verzweiflung senkte ich meinen Kopf
Es gibt keinen Frieden auf der Erde, was ich sagte
Der Hass ist (zu) stark und mokiert sich über das Lied
Frieden auf Erden wird gut für Männer

Aber die Glocken läuten
Wie ein Chor singt
Hat jemand sie gehört?
Friede auf Erden, guter Wille, Männer

Dann läuteten die Glocken laut und tief
Gott ist nicht tot, noch tut er schlafen
Die falsche werde es versäumen, die richtige prevail
Mit dem Frieden auf der Erde wird gut für Männer

Dann klingeln singen auf dem Weg

Die Welt drehte sich von Nacht zu Tag
Eine Stimme, ein Glockenspiel, eine Choral-erhabene
Des Friedens auf Erden wird gut für Männer

Und die Glocken läuten Sie
Wie ein Chor singen Sie
Und mit unserem Herzen hören wir Sie
Friede auf Erden, guter Wille, Männer

Hörst du die Glocken, die sie anrufen sind?
Das Leben die Engel singen
Öffnen Sie Ihr Herz und hören Sie
Friede auf Erden, guter Wille, Männer

Friede auf Erden, Friede auf Erden
Friede auf Erden, guter Wille, Männer

In der Wiki dazu wird über den Song geschrieben, dass der eigentliche Komponist, Henry Wadsworth Longfellow ,dieses Stückes seine Sehensüchte beschreiben wollte.  Er selbst beschreibt seine Hintergründe wie folgt:

Es war ein langer, kalter Winter im Jahre 1863. Der Krieg zwischen den Staaten wütete gnadenlos. In Antietam, Vicksburg, Gettysburg und in anderen Ortschaften. Von Missisippi bis Maine. Also eine Distanz über 2.237 Kilometer. Diese Familienmitglieder sind an Weihnachten nicht nach Hause gekommen, um gemeinsam Weihnachten feiern zu können. Und viele von ihnen werden auch nie mehr nach Hause kommen. Wadworth Longfellow machte sich Gedanken über die Staaten um sich herum, als er sich gerade in Cambridge im Staaten Massachusetts befand. Er war damals 2 Jahre verwitwet gewesen aufgrund der Tatsache, dass das Kleid seiner Frau auf tragische Weise Feuer gefangen hatte und sie verbrannt uns sein Sohn Charles seit dem ernsthaft verwundet war. Dies geschah durch eine Kugel, die von der Konföderation während der Schlacht um die Kirche der neuen Hoffnung. Als er sich um die Pflege seines Sohnes kümmerte, der auf dem langen Weg der Genesung war. In dem Moment hörte er die Kirchenglocken, die am 4. Advent läuteten und Weihnachten angekündigt hatten. Er setzte sich mit der Mitteilung auseinander, die Engel zu jenem Ereignis gebracht haben sollten. Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. In dem Moment ergriff er seinen Bleistift und schrieb…

Es mag grotest klingen. Da Leute die Glocken, man hat das Gefühl dass es Weihnachtslieder sein könnten und alles Glocken sich hierbei vereinen würden. Aber wie können sich eigentlich die Glocken sich in Bürgerkriegszeiten sich das Recht rausnehmen einfach zu läuten und die Botschaft verbreiten “Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen”. Wo soll denn hier Frieden sein wird sich er sich in dem Moment gedacht haben. “Ich sehe keinen” wird innerlich seine Antwort darauf gewesen sein.


Auch in der heutigen Zeit gibt es Kriegssituationen und die selbe Fragestellungen. “Wie kann es sein, dass ich jetzt Glocken höre, die mir Weihnachten verkünden, die Worte kommen – Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen”. Wenn in Aleppo ganze Straßenzüge dem Boden gleich gemacht werden, die IS-Hochburg Rakka in Syrien in der Herbst- und Winterzeit 2016 versucht wird zu befreien und gleicherzeit im Irak die Stadt Mossul aus den Händen der Terrormeliz Islamischer Staat zu befreien, wo soll man da was von Frieden erkennen können.

Oder auch dies Video

Die geführten Interviews mit Flüchtlingen müssten die entsprechenden Gefühle in ihrem Heimatland und die Frage nach dem “wie gehts jetzt mit mir weiter” verständlicher machen.

Elvis Presley – Hintergründe zum Titel Precious lord (take my hand)

Saturday, September 3rd, 2016

Elvis Presley ist eigentlich erst später in der Welt bekannt geworden und man kennt ihn mehr als “King of Rock ‘n’ Roll”. Dabei war Elvis früher allerdings auch ein begnadeter Gospelsänger gewesen. Neben “Put your hand in the hands (of the man)” gehört auch “Precious lord” dazu. Kürzlich wurde dieser Titel von Mark De-Lisser, Gründer und Leiter des ACM Gospel Choirs aufgegriffen und er hat daraus ein eigenes Arragement gemacht

Werter Herr, nimm meine Hand
Führe mich hin, ließ mich stehen
Ich bin müde, ich bin schwach, ich bin allein
Durch den Sturm, durch die Nacht
Führe mich zu dem Licht
Nimm meine Hand werter Herr, führe mich nach Hause

Wenn mein Lebensweg so trostlos wächst, werter Herr, verweile (ich) in Deiner Nähe
Wann ist mein Licht fast verschwunden
Hör mein Schrei, hört meinen Ruf
Halte meine Hand, damit ich nicht falle
Nimm meine Hand werter Herr, führe mich nach Hause

Wenn die Dunkelheit erscheint und die Nacht naht
Und der Tag ist vorbei und vergangen
Ich stehe am Fluss
Führe meine Füße, halte meine Hand
Nimm meine Hand, werter Herr, führe mich nach Hause

Werter Herr, nimm meine Hand
Führe mich hin, lass mich stehen
Ich bin müde, ich bin schwach, ich bin allein
Durch den Sturm, durch die Nacht
Führe mich zu dem Licht
Nimm meine Hand, werter Herr, führe mich nach Hause

Beim Querlesen des Songinhaltes werde ich an den Titel “Take me home” von Joe Cocker erinnert. Sich mal meine Gedanken zu diesem Titel durchzulesen lohnt sich. Gesehen hatte ich es da aus der Sicht eines Plantagenarbeiter in den Südstaaten von Amerika. Hier im Songtext ist die Aussage eher direkter beschrieben und nicht ganz so bildhaft mit einer gewissen Analogie zu Israel, Jordanien und den Jordanfluss.

wenn man sich die Bilder vom brennenden Aleppo ansieht, dann versteht man vielleicht den Songinhalt aus heutiger Sicht besser. “lieber und großer Gott – nehme meine Hand, hole mich hier raus und führe mich in eine Gegend wo es mir besser geht und ich dieses unendliche Leid, was ich hier erlebe nicht mehr ertragen muss”.  Das “führe mich hin, lass mich (da) stehen” kann man vielleicht mit der riesen Flüchtlingsbewegung deuten, die aufgekommen ist. Allerdings hatte sich dann so mancher Flüchtling bei seiner Ankunft im Regen stehen sehen, man hatte ihn quasi stehen lassen, aber so wie er es sich nicht unbedingt vorgestellt hatte. Im Songtext ist allerdings gemeint, dass man denjenigen dann in der besseren Welt zurücklässt.

Das Thema Licht wird bereits in der Bibel im Johannesevangelium Kapitel 12 behandelt. Hierzu habe ich eine interessante Predigt entdeckt. Licht wird hier als was besonderes angesehen. Es wird davon gesprochen Jesus ist das Licht, Licht erhellt Dunkelheit, Licht spendet Kraft, es ermöglicht Leben. Pflanzen beispielsweise können  ohne Licht nicht leben und es gibt nur ganz wenig Organismen, vielleicht in etlichen Kilometern in der Tiefsee, die sich an die Umgebung angepasst haben ohne Licht auskommen oder ihr Licht selbst erzeugen.


Man kann den Song noch vielfältig auf Dinge aus der heutigen Zeit übertragen. Jugendliche, die von ihrer Drogensucht wegkommen wollen, Patienten, die von einem schweren Krebsleiden erlöst werden möchten usw. Die Bezüge auf die Underground Railroad zum einen und die immer noch aktuellen Geschehnisse in Syrien finde ich allerdings derzeit die besten.
Im Video, bei dem der Gospel ein Teil des Selma-Soundtracks war, wird praktisch wieder an den Konflikt mit den Farbigen und der sogenannten Underground Railroad, die es etwa um 1900 gab erinnert. Im Selma-Soundtrack wurde auf ein Arrangement von Thomas Dorsey zurückgegriffen.