Posts Tagged ‘Bridge over troubled water’

Gospelchor vom Basler Münster leutete die Adventszeit 2015 ein

Monday, December 21st, 2015

Vor einigen Jahren, es war im Jahr 2011 hatte ich mir schon einmal den Gospelchor, unter anderem im Münster angehört. Damals waren es vielleicht bescheidene 20 Sängerinnen und Sänger gewesen, die schon damals ein ansprechendes Programm präsentierten. Diesmal hatte ich schon gestaunt, dass aus den 20 inzwischen bestimmt so 40 Sängerinnen und Sänger geworden waren. Ich hatte mir gesagt, das Konzert beginnt um 20:00 Uhr, also sollte ich so 19:15 da sein, um mir dann Platz raussuchen zu können, idealerweise wieder im Mittelgang und zwar da der Außenplatz. Allerdings als ich ankam stand bereits quer über den Münsterplatz eine lange Schlange an Wartenden. So gegen 19:30 als Türöffnung war, hatte ich den Eindruck, dass sie schon bis zum Barfüßer Platz standen, denn längst standen die Zuhörer schon in eiem Fußweg, der hinauf zum Münster ging.

Warteschlange vor dem Basler Münster, Blick Rittergasse

Foto: Ruprecht Helms

Blickrichtung Münster in Basel

Foto: Ruprecht Helms

Lange Warteschlange beschreiben, schon 1 Stunde vor Konzert
komplett volles Münster zu Beginn des Konzertes, manche fanden lediglich noch an der Seite Platz ohne direkte Sicht auf den Chor.

Das Münster völlig dunkel und plötzlich hört man aus dem Nichts irgendwelche Frauenstimmen. Im versteckten Chorraum des Münster geht plötzlich das Licht an und man merkt, im hinteren Teil der großen Kirche wird das afrikanische Lied “Kwangena thina bo”.

Gleicherzeit wurde dies auch zum Einlaufen genutzt und ähnlich wie der Chor nahezu komplett acapella gesungen.

Unbemerkt hatten sich die Sänger des Chores im Münster verteilt und begannen erstmal damit einfach nur irgendwelche Urwaldtiere, seinen es Papageien, Brüllaffen oder ähnliche Fellnasen, die im Urwald leben nachzuahmen. Es war so animieren, dass ich mich prompt berufen fühlt einfach auch irgendwelche Vogelstimmen noch hinzuzuträllern. Mag sein, dass so mancher aus dem Puplikum dies auch gemacht hatte. Da das ganze Münster erstmal abgedunkelt war, hatte man auch gar nicht soviel mitbekommen wer da nun singen würde. Mit der Zeit hatten sich die Sängerinnen und Sänger natürlich wieder auf der Bühne versammelt und sangen nun diesen Titel aus dem Musical “König der Löwen”.

Oslo Gospel Choir – “You are holy” war eine Erinnerung für mich, da ich den Song bereits von Workshops her kannte.

Natürlich hatte ich gleich versucht die Melodie mitzusingen. Allerdings hat man sich dann schon drann zu erinnern, dass die Männer den leichteren Teil singen und die Frauen noch viel mehr Text zu singen haben. Der Chor hatte das natürlich mit Bravour gemeistert.

Michael W. Smith – Awesome God eine sehr schöne ruhige Ballade, bei der man an den Oslo Gospel Choir erinnert wird, die es allerdings auch in einer rhythmischeren Version von Kirk Franklin mit dem Titel “He reigns” gibt.

“Bridge over troubled water” – in einem modernerem Gospelarrangement, das allerdings in Notenfassung existiert und das mich an die Fassung vom Gospelchor im badischen Rheinfelden erinnert hat.

“When you believe” ein Gospel von Maria Carey. Unschwer rauszuhören. Sie sang es im Duett mit Whitney Houston. Vermutlich hatte es Oliver Rudin, Chorleiter des Gospelchors am Basler Münster kurzfristig mit reingenommen, um nochmal an die große Diva Whitney Houston zu erinnern, die erst kürzlich verstorben war. Aus dem Duett wurde so eine Chorversion, die mit sehr viel Gefühl und Stimmgewalt vom Chor vorgetragen worden ist.

Rein nur mit Cajon begleitet präsentierte der Chor den afrikanischen Titel “Shosholoza”, der bereits vom Soweto Gospel Choir gesungen worden war. In der Choreografie war man eher zurückhaltend. Es galt die Prägnanz und den reinen Stimmklang des Chores zu vermitteln und das Puplikum damit zu beeindrucken.

Das Münster völlig dunkel und plötzlich hört man aus dem Nichts irgendwelche Frauenstimmen. Im versteckten Chorraum des Münster geht plötzlich das Licht an und man merkt, im hinteren Teil der großen Kirche wird das afrikanische Lied “Kayama” begonnen.

Das “Oh sinner man” erst frisch zum Mileniumwechsel geschrieben worden war, war mir gar nicht bekannt. Bei dem sehr fetzigen Titel merkte man gleich, dass wollte der Chor nicht einfach so runtersingen sonder darbieten. Und entsprechend gekonnt wurde hier noch Choreografie einzubauen, um die Dramatik in dem Song noch verstärken zu können.

Fast auch ein Must ist etwas aus “Sister Act” und da wohl nicht direkt klar was hatte man einfach sich gesagt “ok – bis auf Joyful und Oh happy day einfach alles als Medley”. Und so gab es ein Sister Act-Medley mit fast ähnlicher Choreo wie in dem Video.

Mit “A Sky full of stars” hatte es der Gospelchor offensichtlich geschafft einen Popsong, der zum einen fetzig und zum anderen allerdings melancholisch einen Titel zu finden, der die Zuhörer etwas Ruhe bringen sollte und trotzdem zu einem Höhepunkt hingewirkt hatte.  Das der Song ansich durchaus derzeit in Discotheken zu hören ist hatte man nicht direkt heraushören können.

Mit “Mercy Street” von Peter Gabriel hatte man den Eindruck, dass der Chor nun den Zugabenteil eingeläutet hatte. Zuvor hatte er das obligatorische “Oh happy day” gesungen. Was sicherlich sehr das Puplikum verblüfft hatte waren die gesprochenen Einwürfe in diesem Popsong.

Simons and Garfunkle – Hintergründe zum Titel Bridge over troubled water

Thursday, April 14th, 2011

Ihn habe ich bereits so etwa 1980 gehört, damals hörte ich den Song im Rahmen des Englischunterrichtes, um auch etwas von englischer Popmusik zu erfahren. Und irgendwie sind heute Simon & Garfunkle auch etwas wie Kult geworden. Von ihnen stammen auch Titel wie der “Sound of silence”. Neben dem Original haben sich verschiedenste Künstler an dem Titel probiert. CeCe Winans hat ihn zusammen mit Whitney Houston gesungen. Aretha Franklin hat ihn performed und auch verschiedenste Chöre haben sich an dem Song schon probiert. Hier mal eine Version von Anita Baker.

Wenn du alles satt hast, dir klein und hässlich vorkommst,
deine Augen voller Tränen sind –
glaub mir, ich trockne jede einzelne von ihnen.
Ich steh zu dir, wenn die Zeiten rauher werden und alle Freunde verschwunden sind.
Ich bin für dich wie eine Brücke über aufgewühlten Wassern –
versprochen!

Wenn du total am Ende bist, auf der Straße liegst,
mit Bangen an den Abend denkst –
ich werde dich trösten, für dich einstehen.
Und wenn es dann dunkel wird und dich der Schmerz umfängt,
bin ich für dich wie eine Brücke über aufgewühlten Wassern –
versprochen!

Lass einfach los, meine Silberfee, lass dich einfach treiben.
Deine Zeit ist gekommen, all deine Träume werden wahr, sieh nur, wie hell sie strahlen!
Wenn du einen Freund brauchst: ich bin in deiner Nähe
und heile deinen Kummer –
wie eine Brücke über aufgewühlten Wassern.

Es ist immer wieder von einer Brücke die Rede, die über aufgewühltes Wasser führen soll. Man kann dies als versteckte Botschaft verstehen, die für Flüchtlinge die Nutzung der Underground Railroad zu verstehen. Aus biblischer Sichtweise denkt man schnell an die Durchquerung des Roten Meeres bei der Heimführung der Israeliten aus Ägypten. In Exodus 13 – 17 ist hier von Durchquerung des Schilfmeeres die Rede.

Der Inhalt der zweiten Strophe, bei dem vom “am Ende sein” und “sich auf der Straße liegen” die Rede ist, lässt einen schnell an Obdachlose denken, Drogensüchtige in Großstädten oder auch Jugendliche, die mit ihren Eltern nicht mehr klar kommen und sich jetzt versuchen einfach alleine durchzuschlagen. Und hier kurz zusammengefasst man denkt an die Arbeit eines Streetworkers. Über die Arbeit eines Streetworkers klärt folgendes Video auf.

Im weiteren Verlauf des Songs fühlt man sich eher in solch einen Jugendlichen hineinversetzt, der sich down fühlt, der auf der Straße lebt und dem durch die Arbeit eines Streetworkers geholfen wird. Im Hamburger Schanzenviertel macht dies vorallem das Jesuscenter, das Jugendlichen versucht von ihrer Drogensucht loszukommen, das aber vorallem auch Raum bietet, um einfach einen zu haben, der einen zuhört und dem man seine Probleme erzählen kann. Vorallem aber ein Zentrum, wo man was über Gott erfährt und wo auch Menschen sind, die einen auchmal wieder aufrichten.

Auch ein bisschen werde zumindest ich an den Titel “The potter’s house” von Tramaine Hawkins erinnert. Hier ist davon die Rede, dass man immer zum Töpfer gehen kann und er in der Lage ist den Scherbenhaufen, den dieser vorfindet wieder zusammenzufügen.

Gospelchor St. Josef begleitet Hochzeit in der Schlosskirche von Beuggen bei Rheinfelden

Thursday, December 30th, 2010

Wer wollte nich schon immer mal in einem Schloss heiraten?

Das Schloss Beuggen ein ehemaliges Wasserschloss gewesen sein soll, davon merkt man verhältnismäßig wenig. Vielleicht ist es hier treffender ein am Wasser gelegenes Schloss. Die Schlossanlage ist inzwischen über 800 Jahre alt und hatte in der Zeit mehrmals seinen Namen gewechselt. Über 560 Jahre lang war die Anlage der Sitz der Deutschordenkommune, vorstellbar, die dem Schloss dann eine Kirche spendiert hatten, die direkt an das Schloss angebaut wurde.

Die Schlosskirche ist ein bisschen im Barrockstil gehalten. Allerdings ist sie mit Verzierungen nicht überladen und orientiert sich mehr am Stil des Schlosses. Beuggen bei Rheinfelden selbst besteht aus einer ganzen Reihe von Gebäuden, die sich alle um das relativ majestätisch wirkende neue Schloss grupieren. Der Hochrhein schließt an der einen Seite die Schlossanlage ab.

Es war eine der großen Nummern aus dem Hochzeitsrepertoire des St. Josefschor, die er auf der Hochzeit in der Schlosskirche von Beuggen gesungen hatte. Die Rede ist von Gospeltrain.

Netter kann man eine Hochzeitsgemeinde eigentlich nicht begrüßen, wenn es heisst “get on board”. Und da es im Leben eines Brautpaares nicht immer nur rosige Zeiten gibt, kann es wohl der Song “Bridge over troubled water” nicht besser ausdrücken.

Und hier musste sich offensichtlich der Keyboarder in seinem Element gefühlt haben. Die Version vom Gospelchor St. Josef hat nämlich erst einmal ein sehr langes Pianovorspiel, das allerdings stimmte es auf diese Weise die Hochzeitsgemeinde so richtig ein auf den Evergreen, den ich noch nie erlebt hatte, dass dieser nicht auf einer Hochzeit gewünscht wurde.

Für den Chor war es natürlich ein Heimspiel, da sich das Schloss Beuggen in unmittelbarer Nähe zu Rheinfelden befindet. Gesungen wurde von der Empore in der Schlosskirche. Etwas schade war es natürlich für das Brautpaar gewesen, so hatten sie den Chor im Rücken gehabt und konnten ihn nicht sehen.


Da das Schloss Beuggen heute ein Tagungszentrum ist wurde nicht extra ein Restaurant noch benutzt und so hatte der Chor im Anschluss an die Hochzeit die Möglichkeit gehabt sich am Apero direkt in einem großen Saal des Schlosses zu stärken. Das ist natürlich eine Gelegenheit, die sich nicht immer bietet. Allerdings die Verzierungen der Saalwände verlieh der Hochzeit auch etwas Würdiges und Feierliches.