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Mark De-Lisser und Team gaben Workshop in Basel

Saturday, July 15th, 2017

Mark De-Lissers musikalische Kariere begann schon sehr früh. Vielleicht sogar in einem Alter, wo andere Jugendliche eher Musik hören oder Musik eher nebenher betreiben. Er war schon in jungen Jahren vom Piano begeistert und wollte es unbedingt raushaben wie man mit den 49 Tasten umgeht und so brachte er sich das Klavierspielen kurzerhand selbst bei. So leitete er im Alter von 15 Jahren mal eben im Stadtteil Brixton im Süden von London seinen ersten kirchlichen Jugendchor. In der Zwischenzeit hatter er sich weitergebildet.

Im Jahr 2003 entstand die Gospelchorgemeinschaft Singology, dessen Sängergröße immer noch zunimmnt. Gerademal 2 Jahre später gründete er den ACM Gospel Choir, den er bis heute leitet. 2008 standen der ACM Gospelchoir im Finale der BBC-Show Last Choir standing und belegten dort was ich gehört hatte den 4. Platz.

An Badens südlicher Grenze, im benachbarten Basel gab es zum ersten Mal einen Workshop mit Mark De-Lisser, dem Gründer und Leiter des ACM Gospelchoirs und Arrangeur von Chorversionen vieler bekannter Popsongs. Im Sommer 2016 waren einige vom Gospelchor Let’s Gospel zum Singout Sunday, der da gerade in London stattfand. In diesem Jahr folgte Mark De-Lisser und 3 Sänger des ACM Gospelchoirs der Einladung nach Basel zu mommen.

Ein Arrangement, bei dem Mark De-Lisser sagt, sei praktisch aus Versehen entstanden. Immerhalb von 20 Minuten war er damit fertig gewesen, wo andere Arrangements ganze Wochen brauchen. Heute ist es für viele der Favorite, wo er Workshops gibt. Einfach so mal auf Kommando nur einmal in die Hände klatschen und erst nach einer gewissen Zeit dann 3 mal oder sogar versetzt zu klatschen, das erfordert schon eine gewisse Konzentration und genau das wurde herausgefordert. Und man merkte bei sich selbst wie schnell man doch in ein System kommen wollte und wieder falsch geklatscht hatte. Das Gute war, der Spaßfaktor war erhöht. Auch das Einsingen war nicht blos ein Brustkorb weiten sondern es hieß jetzt auch mal schnell maschieren oder gar anzudeuten, dass man joggen möchte. Anschließend gab es mit bestimmten Vokalen, Knacklauten und Lauten die fast schon wie Urwaldrufe sich anhörten nochmal ordentlich was für die Zwerchfellaktivität.

Wie lernt man Songs am besten. Nein nicht wie jetzt gedacht wird, wie erarbeitet man sich den Text und die Melodie. Nein das Endresultat, wie sollte der Song am Schluß klingen, so daß er auch wirkt. Am Besten, wenn dieser erst einmal von den Coaches vorgesungen wird. Gemacht, getan und sogleich hieß es Nachmachen und dann besprechen, was man daran noch besser machen könnte. Allerdings dies geschah interaktiv. Die Coaches in der Mitte, singend, tanzend und während dessen noch die Einsätze gegeben beziehungsweise die Zeichen wie man es auch mit der Rhythmik sauber hinbekommt. Aber nicht nur dass, des ein Song ist nicht gut vermittelt, wenn dabei die Dramatik nicht stimmt. Ein Song und dessen Geschichte will erzählt sein. Wenn man hier einfach das nur monoton runterredet, dann hört einem keiner zu. Wenn man allerdings mit mit Lautstärke arbeitet, mal flüsterleise mal richtig volle Pulle laut, vielleicht auch mal bewußt eine Pause platziert, dann werden die Ohren gespitzt, es wird interessant und man möchte mehr erfahren.

Beim Song “All of me” hatten wir diskutiert und uns hinterfragt was hat der ein oder andere vielleicht an persönlichen Erfahrungen diesbezüglich gemacht, an die er anknüpfen kann und Orientierungspunkte für die Dramatik findet.

Inspiriert vom Singout Sunday 2016, bei dem vom Gospelchor Let’s Gospel einige nach London gereist waren war eine Jamsession, die am Samstagabend stattfand. Da man es natürlich nicht so international wie in London machen konnte war die Idee gewesen es immerhin als Chorjam anzubieten und eigentlich auch anderen Chören aus der Umgebung eine Gelegenheit zu bieten sich präsentieren zu können. Nungut vielleicht wird dieser Traum ein anderes Mal war. Christian Villoz stellte jedenfalls fest “Ein Anfang ist schonmal gemacht”.

Da es in der Umgebung der Kornfeldkirche kaum Möglichkeiten gibt sich mittags selbst verpflegen zu können, hatte man im Vorfeld bereits eingeplant für die 2 Tage jeweils ein Mittagessen anzubieten. Für den Samstag waren die Saucen schon lange von einem älteren Chormitglied vorgekocht gewesen, für den Sonntag war diese kurz zuvor gekocht worden, da die Essen unterschiedlich waren. Am Sonntagabend wurde dann die Gelegenheit gebote zu grillen, was für einen Tag gegen Ende Juni sich auch anbietet, da es ja praktisch mitten im Somnner war.

Im Abschlußkonzert gab es allerdings auch einen Song, die die Vocalcoaches selber performt hatte – Brighter Day von  Kirk Franklin. Ansonsten war es der krönende Abschluß eines Workshopwochenendes gewesen, an dem man viel lernen konnbte. Die Songs, die gesungen wurden waren schon vor einiger Zeit verteilt worden, so dass man sich damit schonmal vertraut machen konnte und es wurde dann nur noch Feinschliff betrieben, daran gearbeitet was die Message des Songs ist und wie man mit Dynamik noch mehr erreichen kannb. Beim Song “good news” wurde z. B. mit der Dynamik wie eine Schiffschaukel gespielt und so eine ganz gezielte Dynamik erzeugt, die den Song noch besser wirken ließen.

Mark De-Lisser und sein Team machen europaweit Workshops. Erstmals waren sie in Basel zu Gast. Er kommt natürlich mit seinen Leuten auch gerne in Deine Stadt. Wünschenswert wäre es gewesen, wenn sich an der Chorjam noch ein paar Chöre aus der Umgebung beteiligt hätten und neben gemeinsamen Gospeln auch die Möglichkeit gehabt hätten sich selbst zu präsentieren. Nunja der Grundstein ist gelegt, jetzt kann man ja mal schauen was draus entsteht.

Gospelchor des Basler Münster lud zur Gospelnacht ein

Monday, December 5th, 2011

Als sehr geräumige Kirche hatte ich bereits als kleiner Junge das Münster in Basel in Erinnerung, das Wahrzeichen von Basel, das auf einem Hügel direkt am Rhein auf Großbasler-Seite sich befindet. Ursprünglich war es die Bischofskirche gewesen und wurde in der Zeit zwischen 1019 und 1500 in rotem Sandstein erbaut.

Als ich von der Basler Schiffslände zum Münsterberg aufgestiegen war und oben angekommen hatten sich schon viele Besucher vor dem Münster versammelt und warteten auf dem Einlass. Der große Innenraum des Münsters wurde abgedunkelt, lediglich die violette Beleuchtung des Chorraums war im oberen Teil der Kirche zu sehen. Plötzlich hörte man Schritte, aber erst einmal weit und breit nicht zu sehen, dass sich ein Gospelchor formieren wollte. Der Gospelchor des Basler Münster hatte es sich einfach mal ganz anders gedacht und sagte sich, das Publikum wird einfach mal in die Mitte genommen.

Zu einer weiteren stimmstarken Ballade kam nun der Gospelchor des Basler Münsters zusammen und sang diesen geschlossen mit einer langsamen Bewegung im Gospelschritt nach links und rechts.

Es erinnert einen recht schnell an eine gefühlvolle Ballade von Michael Jackson “You are not alone”. Allerdings wurde der Song nicht ganz in der Melodie gesungen, wie man es vom King of Pop her kennt. Eher war es etwas souliger, aber mindestens genauso schön zu hören.

Sollten vielleicht ein paar im Publikum bei den schönen Balladen eingeschlafen sein, dann war spätestens jetzt schluss damit. Ein Klatscher in die eigenen Hände und auch mal seine Singnachbarn abklatschen. Ich glaube anschaulicher kann man den Titel “Put your hands in the hand”, allerdings ist im Song gemeint, dass man dem Herrn die Hände reicht.

Und mit genau so einem Schwung wurde auch gesungen. Da der Chor lediglich von der Ehefrau des Chorleiters am Flügel begleitet wurde, kamen die einzelnen Stimmen auch so richtig zur Geltung.

Sehr auflockernd fand ich, dass man nun mal zur Besinnung kommen konnte und den Besuchern der Gospelnacht eine Geschichte über Zwillinge erzählt wurde, die thematisch zur Weihnachtszeit passte und

Genauso aufgelockert präsentierte sich das “Reign in me“, den der Gospelchor des Münsters nun darbot. Für viele im Publik hies es im Stillen jedenfalls mitschnipsen oder zumindest mitwippen.

Ähnlich bewegt wie auf dem Video gings auch ab wie das Siyahamba dargeboten wurde. Allerdings wurde das mit 2 weiteren afrikanischen Liedern gesungen, die allerdings nicht rausgehört hatte.

Mit dem Song “Will the circle be unbroken” bewies, der Gospelchor am Münster, dass er nicht nur Blackgospel singt sonder durchaus mal Songs aus dem sogenannten Whitegospel sich dazugesellt.

Dieser Song wurde in kleinen Grüppchen gesungen, was ich auch mal eine interessante Form fand wie ein Chor auch singen kann. Gegen Ende des Titel begang sich allmählich alle Sängerinnen und Sänger zu setzen. Allerdings war das nicht auf einmal, sondern immer mal wieder setzte sich jemand aus dem Chor hin, bis zum Schluß alle saßen.

In der Zeit, die die katholische Kirche als “stille Zeit” bezeichnet ist es für viele auch ganz wichtig zueinander zu finden. Sehr passend war auch hier, dass diesmal eine Geschicht zum Thema Freundschaft erzählt wurde. Oft so ist es im Leben man hat zwar irgendwann in seinem Leben den einen oder anderen Kontakt aufgebaut, aber im Alltag kommen viele dieser Beziehungen zu Mitmenschen schnell wieder in Vergessenheit. Häufig wird einem eine richtige Freundschaft erst wieder bewusst, wenn man in eine missliche Situation geraten ist und dann der Freund einem beisteht und versucht einem tatkräftig zu helfen und das einfach so.

Mit diesem Titel zeigte der Gospelchor, dass er auch Popsongs im Repertoire hat, den ich kann mich erinnern, dass dieser Song so Ender der 80er Jahre ein durchaus in den Radiostationen oft gespielter Titel war. Ich könnte mir vorstellen, dass es die Gruppe “Tears for fears”, von ihnen stammt auch der Titel “Everybody wants to rule the world”

Natürlich hätte sich hier der Chor an der Solistin orientieren und den Spiritual ganz brav singen. Tat er aber nicht sonder man merkte wirklich, dass hier eher durch aufgewühltes Wasser geschritten wurde. Und der Maschierschritt, den sich der Gospelchor aus Basel als Choreografie überlegt hatte, unterstrich dies sogar noch

Ein richtiger Ohrwurm war der Popsong “Halleluja”, bei dem es nach meinem Gefühl egal ist, ob der mit einem großen Masschoir wie im Video von Mano Ezoh der Fall ist oder ob das nur ein Gospelchor in einer Stärke von 25. Auch hier werden einige sicherlich innerlich den Titel mitgesungen haben.

Anschließend wurde ein Mitsingmedley gesungen bestehen aus Amen und “Little light of mine”. Da man diese Gospel einfach kennt wurde auch angefangen kräftig zu klatschen und viele hatten zumindest das Amen auch mitgesungen.

Warum ist der Mitmensch plötzlich so gut drauf wo wer kurz zuvor eigentlich noch so vor sich hingedümpelt hat. Immer wieder war in der Geschichte zu hören “ja ich habe mit Gott zu Mittag gegessen”.Mag sein, dass die Geschichte im Drummherum ziemlich fiktiv ist, aber es geht was beim Mittagessen passiert ist. Man ist auf Gott getroffen. Vielleicht wurde die Geschichte auch stellvertretend für die Wundertaten von Jesus und einfach der Tatsache benutzt, dass Gott viel gutes getan hat und die Erkenntnis, das es Gott gibt auch in gewisser Weise dankbar ist und Zuversicht erlangt hat.

Fast schon etwas wie ein amerikanischer Weihnachtssong wirkte hier die “Hymn to freedom”. Aber offensichtlich auch ein recht braver song. Vielleicht wurde es ganz bewusst so gewählt, um von der Geschichte wieder einen Übergang zu den Gospeln zu finden.

Als Mitsinggospel war “Lean on me” gedacht. Da in meinem Chor der Song sogar im Repertoire enthalten ist, hatte ich ihn auch mitgesungen und direkt versucht den sogar ohne Ablesen der kurzen Lyrik so hinzubekommen. Da er von zig Interpreten schon gespielt wurde kann man eigentlich gar nicht so richtig sagen von wem der Titel eigentlich stammt. Sogar Kirk Franklin hat sich an dem Gospel schon probiert.

Dass die 25 Sängerinnen und Sänger auch rockig können wurde mit dem Titel “Creep” bewiesen, der ein gefühlvolle Rockballade ist und z. B. von Radiohead bei Rock am Ring gespielt wurde.

Der Gospel, der erst durch Withney Houston meiner Meinung nach so richtig den Durchbruch schaffte “I go to the rock” war auch Bestandteil eines Medley gewesen, was nun vom Gospelchor gesungen wurde.

Auch hier bestand die Choreografie natürlich aus Schnipsen und Klatschen. Gespannt war ich natürlich darauf wie sich denn der Chor verhalten würde, wenn die Händer wieder runtergenommen werden. Die gingen auch sehr schnell runter. Zuerst dachte ich, dass die aus Vergesslichkeit runtergeplumst waren und nicht langsam runtergeführt. Aber schnell merkte man, das war beabsichtig, denn der ganze Chor zeigte an, dass er jetzt am Schluss, erschöpft und durch die Schwere der Kopf jetzt eben schon nach vorne gefallen war.

Seit einigen Jahren läd der noch recht junge Gospelchor des Basler Münsters jeweils im Dezember zur Gospelnacht in die Hauskirche ein. Diesen Chor hatte ich durch einen glücklichen Zufall beim Gospeltagevent “Go Spell” im Zwinglihaus in Basel-Gundeldingen schon erlebt. Diesen Titel hatten sie ganz am Ende nochmals gesungen und dabei im Sitzen begonnen.