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Dottie Peoples – Hintergründe zum Titel Back to the old church

Sunday, February 8th, 2015

Ich war einfach mal auf der Suche nach einem Titel, der thematisch in die Zeit zwischen Jahresanfang und Ostern passt. Gefunden habe ich einen Titel, der vielleicht vom Inhalt aktueller denn je ist und der eigentlich in jede Jahreszeit passt.

Es ist davon auszugehen, dass Dottie Peoples sich auf einen Weihnachtsong von Charles Dickens “return to the old church” bezogen haben. Tom Bray hatte aus diesem Titel eine Soloversion gemacht mit einer Kernaussage

Wenn Du jemals einen Wunsch gehabt hast zurück in die Zeit und Erfahrung der Magie zu gehen und weiter sagt er, dass man genau jetzt eine Chance dazu hat. Recherchiert man ein bisschen im Internet stößt man plötzlich auf Charles Dickens. Nur was hat Charles Dickens damit zu tun und warum findet sich dort plötzlich ein Buch “Eine Weihnachtsgeschichte”. Sehr viel hat sie mit dem Inhalt des Gospels zu tun. Kurz zusammengefasst, es geht in dieser Geschichte darum, dass einem alten Mann ein Geist ihm immer wieder begegnet und ihn auffordert an ihn zu glauben.

Viele Geister sind ja böse Geister. Allerdings es wird in der Geschichte schnell klar, dass der Geist praktisch ein Stellvertreter von Jesus oder Gott ist. Diesem alten Menschen macht der Geist plötzlich bewußt, dass er sich mal Gedanken zum Thema Nächstenliebe machen sollte und zeigt ihm eine Bettlerin, die am Straßenrand sitzt.

Die Farbigen benutzen das Wort “Church” durchaus einfach dazu, um gelebte Gemeinschaft auszudrücken. So sagen diese durchaus auch mal “let’s have church” – also lasst uns zusammenkommen und die christliche Gemeinschaft erleben, das kann dann natürlich durchaus auch zum Gottesdienst dienen.

Was der Gospel uns damit sagen möchte. Wir leben heute in einer Gesellschaft, die einfach so vor sich hinlebt. Viel zu sehr wird an Karriere gedacht, in der Wirtschaft steht erstmal der Umsatz vor allen anderen Dingen und in der Weltpoltik macht man sich mehr Gedanken um die Stärkung einer europaweit einheitlichen Währung.

Vergessen werden schnell mal die sozial benachteiligten Menschen. Keiner macht sich Gedanken um die ganzen Flüchtlinge, die aus Syrien fliehen oder aus Gebieten, die eine andere Auslegung des Islams vertreten und die Menschen dort schlichtweg unterdrücken und manipulieren. So wie wir ja leben möchten, möchten diese Menschen auch gerne leben.

Allerdings Nächstenliebe ist eigentlich ein Übersetzungsfehler in der Bibel. Wie schon Ruth Lapide richtig gestellt hat, heißt es genau genommen, Du sollst für jemanden da sein, der Dir nahe steht und der Dir einfach wichtig ist. Du sollst dabei allerdings selbst nicht zum Opfer werden.

Zusammengefasst geht es eigentlich um die Werte, die auch Dickens meint, dass sie in der Welt verlorengegangen sind.

In seinem Buch “eine Weihnachtsgeschichte” wir Dickens selbst erlebtes verarbeitet haben, denn wenn man seine Biografie liest, dann findet man auch viele Schicksalsschläge. Erst zu einem späteren Zeitpunkt wird er christlich.

In der Wiki findet man zu Old Church allerdings andere Informationen. Hier ist von Bethaus die Rede. Diese waren in der Zeit des Bürgerkrieges und der “Underground Railroad” einfache Häuser oder Hütten, die von dem Farbigen zu Gottesdiensten benutzt wurden.

Grafik: Hal Jesperson - cwmaps.com

Die Aussage aus “eine Weihnachtsgeschichte” lässt sich auch auf die Geschehnisse des amerikanischen Bürgerkrieges und auf die Sache mit der “Underground Railroad” übertragen. Wie oben erwähnt, hatten die Farbigen Beethäuser eingerichtet gehabt. Auch hier wird es nicht nur Menschen wie John Newton gegeben haben, bei denen eine Stimme erschienen ist, die einen immer wieder hinterfragt hat, ob es wirklich sein muss, dass die afroamerikanischen Sklaven unterdrückt werden müssen. Darf man die nicht als Menschen leben, die in das Land gebracht wurden und jetzt einfach nur den einfachen Wunsch haben – friedlich leben zu wollen. Ein solcher Mensch war beispielsweise Dr. Martin-Luther King, der seinem Volk einfach mal sagte “Aufwachen, ich habe zwar nur einen Traum – aber es wäre doch schön, wenn Weiße und Farbige” mal friedlich nebeneinander leben könnten.

Andere Beispiele wären Nelson Mandela, dem die Abschaffung der Appartheit (Rassentrennung) in Südafrika gelungen war. Und nicht zuletzt durch die Öffnung der Grenzen und dem Fall der Mauer in Berlin wo man plötzlich erkannte, die Menschen im Osten sind auch Deutsche und zwar solche wie die im Westen und keineswegs schlechtere oder andere Menschen. Einfach nur Menschen.

Calvin Bridges gestaltete die erste Gospelmesse im Stil der Farbigen in Lörrach

Saturday, October 15th, 2011

Da Calvin Bridges nicht nur Musiker sondern auch Pastor in den Vereinigten Staaten ist, hat er sich in seinem Chosenworkshop, der erstmalig in Lörrach stattfand sich etwas ganz besonderes einfallen lassen. Ein bisschen was hatte ich schon gehört wie unkonventionell der Gottesdienst in einer schwarzamerikanischen Gospelchurch abläuft, es aber einmal selbst mitzumachen ist da schon etwas besonderes.

Am Samstagabend um 20:00 Uhr fand die etwas andere Messe statt. Vielleicht am Anfang würde man nicht unbedingt denken, dass diese sich groß von einer typisch deutschen Messe starten würde. Sie begann mit einem recht harmlosen Gebet. Inhalt des Gebetes hautsächlich, dass Gott einen erhören soll und einem wohl gesonnen sein soll. Aber schon nach dem Gebet wurde es anders. Gleich in Anschluss hatte man den Eindruck, dass Calvin einige selbstkomponierte Titel präsentieren wollte. Für ihn als Pastor war es vielleicht lediglich, dass er halt ein paar “Kirchenlieder” oder spezieller Worshipsongs auf dem Keyboard spielen wollte.Und gleich wurde in der Kirche aufgestanden, alle klatschen mit und als ob man sich abgesprochen hätte hatte sich die ganze Kirchengemeinde in einem Block geschlossen entsprechend dem Gospelschritt auf 2 und 4 nach links und nach rechts gewegt.

Auch die Predigt war sehr lang und vorallem ungelaublich nachvollziehbar. Man hatte den Eindruck, Calvin berichtet von sich selbst was er für eine Erfahrung mit Jesus gemacht hat.  Und auf einmal hatte man den Eindruck gehabt man befindet sich mitten in einer Wunderheilung von Jesus. Fleht doch lautstark ein Blinder Jesus an ihm zu helfen, solch eine schauspielerische Leistung bring Calvin plötzlich in seiner Predigt. Und er erklärt vorallem, dass der Blinde durch Jesus plötzlich wieder sehen kann und es für diesen so fantastisch ist, dass er gleich die frohe Botschaft anderen weitererzählen möchte. Sehr geschickt leitete er zu seinem wichtigsten Song über, den er vor einiger Zeit selbst geschrieben hatte “Chosen.

Der Song selbst wurde nicht gesungen. Aber er erzählte das Intro von dem Song, weil dieser sich noch gut in die Messe einfügte und sein Workshop, den er am Wochenende veranstaltet hat sich auch “Chosen” nennt. Er erklärt erst einmal was Church eigentlich heisst. Und war stammt es vom Wort Eklecia und meint damit, dass wir die Kirche oder alle zusammen die Gemeinde von Jesus sind. Und wir sind berufen worden aus der Dunkelheit herauszukommen und dieses wunderbare Licht zu genießen. Und in dem Titel “Chosen” geht es darum, dass wir ausgewählt wurden für den Meister, in demfall Gott den Herren zu arbeiten. Und zusammengefaßt, wir allen verbreiten die gute Nachricht von Jesus Christus.

Bei diesem Song kam der ganze Workshop vor zum Altar und sang diesen Song vor. Wer natürlich wollte konnte die Melodie mitsingen und fröhlich mitklatschen, mitschnipsen oder das tun wozu er lustig war. Auch ein weiterer Song wurde mit dem Chor zusammen gesungen.

Abschließend wurde zusammen mit der Gemeinde noch “Oh happy day” gesungen und dies schien ist einen extremlangen Vamp überzugehen, denn das war nach 3 Minuten nicht zu ende und irgendwann sind mir auch die Hände vom langen Überkopfklatschen, was eigentlich im späteren Verlauf erst kommt müde und schwer geworden und so musste auf Schulterhöhe weitergeklatscht werden.

Happy People bestreiten Narrengottesdienst in Wehr

Thursday, March 3rd, 2011

Schon der Psalm 150 sagt aus, dass man den Glauben so leben soll wie man es für richtig hält. Dabei darf es ruhig heiter zugehen. Wer aber jetzt an eine Parodie eines Gottesdienstes denkt, der hat sich getäuscht. Es ist einfach ein Gottesdienst der etwas anderen Art, der am Samstagabend in der Kirche St. Martin gefeiert wird und der von der Wehrer Fröschezunft angeregt wurde. Wann hat schon eine Gottesdienstgemeinde die Gelegenheit mal außergewöhnlich zu kommen. Fasnachtskostüm – kein Problem. Dies wurde schon beim letzten Narrengottesdienst so gemacht und da jetzt wieder die närrischen Tage anstehen, warum also dann nicht mal so.  Allerdings die Larve wie man im Allemannischen für Maske sagt wird nicht getragen. Ein bisschen Ehrgefühl sollte ja schließlich sein.

“I wänn sie härzlig grieeße zum Norregottesdienscht und I hoff, des gräftig zuglost wird was Gott uns wöd soge”. Und man merkt, es geht Allemanisch zu. Aber der Dialekt gehört auch zu den Zünften und den ganzen Narrencliquen. Die Lieder sind auch andere und so kann man sich gut vorstellen, dass der Gospelchor Happy People wieder zu seinem Halleluja

und dem Ohrwurm “Oh happy day” anstimmen wird.

Die Fürbitten werden wohl wieder von Mitgliedern der Fröschezunft vorgetragen. Wofür das Opfer sein soll da gibt es ja mehrere Möglichkeiten. Sei es als Erdbeebenhilfe in Neuseeland,  als  Cyclonhilfe für Australien. Die Spenden lassen sich also vielfältig einsetzen.

Soulfamily bringt neuen Wind in den ESG-Semestereröffnungsgottesdienst in Freiburg

Thursday, September 30th, 2010

Lange Zeit hatte beim Semestereröffnungsgottesdienst, den die ESG immer zweimal im Jahr gemacht hatte und offensichtlich auch weiterhin anbietet der Freiburg Gospel Choir gesungen. Inzwischen macht der Chor dies nicht mehr und bietet somit jungen Formationen eine Gelegenheit die Möglichkeit es für sich zu nutzen, Präsenz zu zeigen und bekannt zu werden.

Soulfamily

aktuelles Foto der Soulfamily

Bis vor einigen Jahren wurde dieser Gottesdienst von Pfarrer Raabe durchgeführt. Das Problem war nur, dass man seinen Predigten irgendwie nie folgen konnte – ging ab und an einfach zu sehr ins Element und man wünschte sich also eine 2. Predigt, die den eigentlichen Sinn und vorallem das Warum der ersten Predigt erklärt hätte. Gut diese 2. Predigt gabs eben nicht. Nachdem Herr Raabe dort aufgehört hatte, hatte Cäcilie Flamm dann die Durchführung der Gottesdienste übernommen. Die Dame, die bei uns schlicht Zilla genannt wurde, war nach meinem Eindruck die persönliche Assistentin des Pfarrers und die Dame, die für fast alles zuständig war. Inzwischen hat die ESG mit Herrn Michael Phillipi einen neuen Studentenpfarrer erhalten, der jetzt zusammen mit dem ESG-Team den Gottesdienst durchführt.

singen

Auf dem Bild ist nicht die Formation Soulfamily abgebildet

Man darf diesmal gespannt sein, da die Formation Soulfamily aus Freiburg als Gospelchor auftritt und natürlich einen eigenen Stil mitbringen wird. Vorgenommen mir die mal anzuhören, hatte ich immer schon und so kann man einfach mal unbelastet sich einen Eindruck verschaffen. Ich gehe von einem neuen Wind aus, da auch der Leiter Joel da Silva vom Alter her eher noch jung und dynamisch ist und sich neben seinem Beruf gerne in der Musik verwirklicht. Selbst hatte ich diese Gottesdienste immer als eher kleinere Runde, die im Chorraum gebildet wurde kennengelernt. Es wurden Stühle im Kreis aufgestellt und dann gemeinsam gefeiert. Und für die gesungenen Titel hatte es nie viel gebraucht, das Klavier aus der Ecke hatte gereicht.

Die Möglichkeit die Soulfamily kennenzulernen ist am Sonntag, den 24. Oktober ab 18:00 Uhr in der Chistuskirche in der Turnseestraße (Wiehre) geboten. Wer dies aus irgendwelchen Gründen aber nicht konnte, es gibt hier ein Video, dass bei diesem Auftritt entstand.

Eine schöne Ballade, die mit sehr viel Audruck gesungen wurde und ab und mit einigen souligen Harmonien erwänzt war. Mit einem schönen Solos des Chorleiters selbst wurde dieser Titel begonnen.

Anschließend wurde in den Räumlichkeiten der ESG meistens ein Essen zubereitet und die Erstsemestler dazu eingeladen. Soetwas bietet natürlich immer die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen, mal zu chillen und einen netten Abend zu haben.

Entstehung des Spirituals

Monday, March 8th, 2010

Das Aufkommen der Spitituals begann mit der Sklaverei als Farbige in den Südstaaten der USA als Sklaven eingeführt wurden. Um die Arbeit auf den Baumwollplantagen sich erträglicher zu machen, sangen die Arbeiter so Art “Worksongs”. So Artbeitslieder hörten sich in etwa so an

Das Arbeiterleben war damals hat und unwürdig. Da die Plantagenbesitzer natürlich nicht wollten, dass die Sklaven irgendwelche Fluchtpläne ausarbeiten und sich ohne weiteres verabreden konnten, befahlen diese den Farbigen ihre Lieder auf Englisch zu singen, denn das konnten ihre Cheffs verstehen. Was nun tun – so brachen die Farbigen Codes in ihren Liedern unter, so stand der Jordan für den Missisippi und mit dem heiligen Land war Canada gemeint. Sehr schön erklärt folgendes Video die damalige Situation.

Ein seperater Beitrag erzählt über die sogenannten Underground Railroad

“Wir sind ein Nichts, aber wir haben unsere Kirche” haben schon recht früh sich die Farbigen gesagt und nach dem die Sklaverei verboten wurde entstanden die ersten Gotteshäuser, die in den Staaten auch Praisehouse genannt wurden. Und zu einem Praisehouse brauch es erst einmal gar nicht viel. Das Bild vermittelt einen Eindruck von den Anfängen.

Praisehouse auf St. Helena Island
Zu einem Gottesdienst brauchte es nicht viel. Da reichen ein paar Bänke, ein kleiner Altartisch und ein Kreuz an der Wand vollkommen aus. Das Glaubensleben kam vorallem durch die Lobpreisung in Form von Erlebnisberichten, dem Einfliessen von Gleichnissen und nicht zuletzt durch den Lobpreis, dem Worship.

Hintergründe zum Praisehouse auf St. Helena Island

Der nächste zeitliche Meilenstein ist vom instrumentalisierten Spiritual zur Barbershopmusik

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