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Gospelchor St. Josef, Rheinfelden wurde 25 und gab sein erstes Jubiläumskonzert

Friday, July 5th, 2013

Kaum glauben konnte es Peter Konetschy, dass aus seinem Traum von einem Jugendchor es nach 25 Jahren immer noch einen Chor mit dem Namen St. Josef gibt. Gute 1.800 km war er angereist gewesen, um sich das 1. Jubiläumskonzert anzuhören. Wolfgang Schwander, der in der Anfangszeit den Chor als er noch ein Jugendchor geleitet hatte führte auch kurz durch die Entstehungsgeschichte des Chores und ließ sich auch nicht lumpen, dass dem Chor ziemlich schnell die Bezeichnung “Hosenträgerchor” auferlegt wurde, denn die Hosenträger, die bei den Männern zu einem weißen Hemd und Jeans getragen wurden war einfach das Markenzeichen des Chores gewesen.

Stefan Reiser als Solist ganz alleine auf Bühne eröffnete mit dem Titel “Something inside so strong” den Songpart des Retrochors, bei dem über 40 Sängerinnen und Sänger aus Berlin, Düsseldorf, aus München, Nürnberg, Mannheim und anderen Orten innerhalb Deutschlands extra zu diesem Konzertevent angereist waren.

Nach der Eröffnung gingen sie allerdings ein Lied zurück und sangen den allersten Titel des Chores “Oh what a day”, der im Repertoire des Chors auch stolz die Nummer 1 trägt.

Schon damals musste es nicht unbedingt Gospel sein, den der Chor sangt. Mit “Where peaceful water flow” bewies der Retrochor, dass er auch sehr gefühlvolle Balladen von Chris de Burg singen kann.

Auch der sehr gefühlvolle Titel von Barkley James Harvest, der natürlich standesgemäß mit Accustikgitarre begleitet wurde durfte nicht fehlen. Bei manchen wird die Botschaft des Songs “bitte nicht versuchen zu fliegen, auch nicht versuchen zu Gott zu fliegen – Du könntest abstürzen” wurde sicherlich bei manchem emotional anders umgesetzt. Man merkte es einfach im Puplikum wie so mancher total ergriffen von diesem Titel war.

Fast ein Must bei jedem Konzert und bei jeder Hochzeit das obligatorische “Oh happy day”. Auch die lokale Presse nahm diesen bekannten Titel gleich auf und nutze diesen zu beschreiben wie toll eigentlich dieser ganze Konzertnachmittag gewesen war. Der Retrochor hatte diesen Titel zum Abschluss seines Parts ausgewählt gehabt und war in den letzten Takten dieses Titels durch die Menge von der Bühne gegangen. Was sicherlich viele nicht bemerkt hatten war, dass der “Chor heute”, wie sich der aktuelle Chor bezeichnete gleichzeitig auf die Bühne marschierte, denn diese machen den zweiten Block des Konzertnachmittages.

Mit dem beschwingten Titel “Sana sananina” eröffnete der aktuelle Gospelchor St. Josef seinen Part an dem Konzertnachmittag und sorgte gleich, dass das Puplikum entsprechend locker wurde und mehr oder minder mitwippte. Auch die Helfer an der Theke nahme den Gospelbeat in sich auf und haben ebenfalls ordentlich mitgewiegt.

Danach ging es gleich mit einer “Wuppnummer” weiter und mit “get together” hieß es auch nochmals bitte zusammenkommen und kräftig mitmachen. Sehr schön untermalt sicherlich von der gekonnt winkenden Armbewegung, die sich der Chor als Choreografie zu den kurzen Husummerparts, die jede zweite Strophe begleiteten sich einfallen ließ.

Kaum besser hatte Julia Parletta mit ihrem Solo den Song “Never gonna loose my way” interpretiert, den der Chor als nette Ballade aufgenommen hatte, um einen kleinen Kontrast in das Programm aufgenommen hatte und bewieß damit, dass der Chor auch hervorragend langsame und gefühlvolle Gospel vom Oslo Gospel Choir singen kann.

“aber ihr sollt jetzt nicht einschlafen” hatte sich der Chor gedacht, als sie dann gleich wieder mit dem “Praise ye the lord” eine fetzige und etwas ältere Nummer anstimmten.

Allerdings Bässe können auch sehr gut singen und dies zeigte sich gleich beim Titel “Thy word”, der vom Michael W. Smith und Amy Grant stand und bei dem Yvonne Koller das Solo sang. Es war hier immer ein gekonnter Wechsel zwischem Chor und Solist gewesen. Für viele sicherlich fenomenal das Ende des Liedes wo lediglich noch zwei Sänger aus dem Bass die Solistin begleitet hatten.

Die Gruppe Up with people, von denen der Titel “we’ll be there” stammt war eigentlich ein riesengroßer Chor von Studenten aus allenmöglich Ländern, die früher große Gospelevents mit einer sehr großen Sängerschaft gemacht hatten. Mit der rauchigen Stimme eines Joe Cocker sang Martin Huber den Solopart dieses Titels, der bei dem er auch sehr häufig völlig alleine sang.

In den Gospelchurches der Farbigen ist es üblich, dass das Puplikum in das ganze Gospelgeschehen eingebunden ist. So dachte es sich auch Karl Gehweiler als er es einfach ansprach, dass sie jetzt einfach mal aufstehen und einen kleinen Wechselschritt machen. Und direkt stieg er ein ein das Yakana Vangheri. Das Puplikum hatte es natürlich gut, denn sie hatten zum einen einen Chor gehabt, der den afrikanischen Titel gesungen hatten und zugleich in einer Masse als Choreograf für das Puplikum anzusehen war.

Danach folgte eine sehr bekannte Ballade, die auch gerne für Hochzeiten verwendet wird – “You’ve got a friend”. Allerdings hatte die Karl Gehweiler etwas umarrangiert und einen kleinen Jazzakzent eingeflochten.

Man konnte froh sein, dass es bei dem Halleluja nicht bei der Ursprungsversion geblieben ist. Irgendwo hatte ich recherchiert gehabt, dass Leonard Cohen seinem Titel angeblich mal 80 Stofen gegönnt hatte. Wenn man sich das vorstellt, dann hätte der Titel warscheinlich ein komplettes Konzert ausgemacht gehabt. Viele werden den Titel allerdings aus Animationsfilmen wie Shrek kennen. Auch Mano Ezoh hatte diesen Titel bei seinem Weltrekordversuch in der Olympiahalle gesungen gehabt. Die Version, die der Gospelchor St. Josef gesungen hatte beinhaltete allerdings kein Solo.

“Let us go into the house of the lord” kann man als einen Dauerbrenner bei den Joseflern ansehen. Immer wieder ist dieser Titel an Konzerten zu hören. Vielleicht liegt es auch an Martin Huber, der in diesem Song das Solo singt daran, dass er den gewissen Groove reinbringt und so auch das Puplikum zum Wuppen bringt.

Mit etwas besinnlichen Titeln beendete der “Chor heute” seinen Gesangspart. Anschließend war es Zeit für den “Joint Choir”, bei dem es auf der Bühne richtig eng wurde, da hier Ehemalige und aktuelle Chorsänger gemeinsam die Titel “Never turn back” und “Gospeltrain” gesungen hatten. Da es während der Zeit, in der der Titel gesungen mehrere gab, die das Solo übernommen hatten, wurde hier das Solo von 3 Solistinnen gesungen. Choreografisch ging es später dann bei “Gospeltrain” zur Sache und mit Sicherheit hatte die Art des Klatschens nochmal so manchen im Puplikum zum Mitklatschen animiert gehabt.

Für die Konzerbesucher aber auch Ehemaligen und aktuelle war es sehr angenehm gewesen, dass nach dem Konzert ein Apero angeboten wurde und so die Gelegenheit zum Gespräch und zum Austausch über frühere und jetzige Zeiten anbot. Zum Teil waren auch die Konzertbesucher von weit angereist gewesen, so hatte beispielsweise ein Ehepaar mit Tochter sich aus dem Kanton Aargau auf den Weg zum Konzert gemacht gehabt.

Gospelchor St. Josef, Rheinfelden sucht zu Anfang 2014 eine neue Chorleiterin oder Chorleiter

Friday, May 24th, 2013

Foto: Gesangsverein Weil

Sehr traurig für den Chor war zu erfahren, dass der jetzige Chorleiter, Karl Gehweiler vorhat sich im Jahr 2014 zu verändern und zum Jahresende 2013 den Chor verlassen möchte. “Ich bin ein rastloser Mensch”, so bezeichnete sich Karl selbst, der an der staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg studiert hatte und neben dem Gospelchor in Rheinfelden noch den gemischten Chor der Singgemeinschaft Lörrach in Weil, die Formation Voice in Motion, gegründet 2008 und den Kinderchor Weil am Rhein leitet, Flötist sowie Flötenpädagoge, stellvertretender Leiter der Musikschule Weil am Rhein und dazu noch selbst als Countertenor singt.

Nun sucht der Gospelchor einen neuen Chorleiter, der sowohl in der Gospelwelt zu hause ist als auch offen ist ab und an auch weltliche Lieder einzustudieren. Im Gegensatz zu manch anderen Gospelchören wird allerdings beim Gospelchor in Rheinfelden bislang nach Noten gesungen und ich selbst hatte auch gemerkt wie mit den Augen gerollt wurde und großes Erstaunen aufkam als ich von mir selbst sage, dass ich nach Textblatt oder im Idealfall direkt auswendig singen würde.

Foto: Nordpool Media

Ein sehnlicher Wunsch von Gehweiler war im Sommer des Jahres 2012 das Angebot einer Stimmbildung
in den Chor mit aufzunehmen mit dem Gedanken, dass der Chor so zu einer besseren stimmlichen Qualität kommt. Hierfür konnte im Jahr 2012 Frau Iris Benesch, eine Sopranistin mit klassischer Ausbildung, für die Stimmbildung gewonnen werden. Allerdings ist man was die neue Chorleiterin oder den neuen Chorleiter nicht festgelegt, ob das weiterhin so sein muss, ob er das selbst machen möchte oder es sogar als Sowohl-als-auch-Lösung anbieten möchte.

Auch die traditionellen Gospel, die u. a. sich im Repertoire des Chors befinden müssen nicht immer der bekannten Version entsprechen. So hatte Karl Gehweiler zu manchen Stücken ein eigenes Arrangement geschrieben, um so Improvisationsparts für das Klavier oder auch Elemente aus dem Bigbandbereich oder Jazz mit einfließen zu lassen.  Beim Blackgospel kommt man eh nicht drumrum, wenn man die Sänger nach Noten singen lassen möchte, das Titel sich rausgehört und arrangiert werden müssen. So ist es unabdingbar, dass der Chorleiter auch mit moderner Notensatzsoftware umgehen kann und auch ab und an Singalongs produzieren kann. Der Chor verfügt zwar auch über eigene Solisten, allerdings sollte auch der Chorleiter über eine gute Singstimme verfügen, denn nicht immer beherrscht ein Solist bereits einen neuen Song oder aber es sind auch mal Teile vorzusingen. Da der Chorleiter über ein Musikstudium verfügen sollte oder bereits viele Jahre als Chorleiter aktiv war versteht es sich von selbst, dass er am Piano in der Lage sein sollten den Chor zu begleiten und auch entsprechende Partitur lesen kann.

Den Schalk im Nacken, das muss nicht unbedingt sein. Aber es macht schon enorm etwas aus, wenn alle Chorsänger von sich sagen können, dass sie mit Freude zur Probe kommen, sich immer wieder motiviert fühlen und auch das Gefühl haben, man lernt zwar viel während einer Probe, es geht aber auch locker und humorvoll zu.  Es ist die gewisse Ansteckung, die einfach überspringen muss.

Der Chor probt wöchentlich dienstags von 19:45 bis 21:30 im Pfarreizentrum der St. Josefsgemeinde in Rheinfelden. Gerne möchte der Chor es beibehalten 2 bis 3 x im Jahr ein Konzert geben zu können und auch bei kleineren Veranstaltungen innerhalb und außerhalb der Gemeinde auftreten zu können.

Chorleiterinteressenten können sich gerne an vorstand[at]gospelchor-rheinfelden.de  per Email melden.  Um sich einen Überblick zu verschaffen hilft die Homepage des Gospelchor St. Josef, Rheinfelden weiter.

Stadtkirche Lörrach – Schauplatz des Frühjahrkonzertes des Gospelchor St. Josef aus Rheinfelden

Sunday, April 17th, 2011

Befindet man sich in der Innenstadt von Lörrach ist die Stadtkirche kaum wahrnehmbar. Allerdings wurde die ev. Stadtkirche der Schauplatz

Foto: Matthäusgemeinde Lörrach

eines vorösterlichen Gospelkonzertes, das der Gospelchor St. Josef aus Rheinfelden gegeben hatte. Die Stadtkirche selbst hat schon ein stattliches Alter. Der Turm ist der älteste Teil der evangelischen Stadtkirche Lörrachs und stammt aus dem Jahr 1517. Da damals Lörrach noch ein Dorf war, reichte es aus, dass der Turm lediglich ein Glocken- und Wachturm war. Da man Fundamente entdeckt hat nimmt man an, dass er auf einem noch älteren Turm steht. Die Kanzel in der Kirche wurde im Jahr 1736 hinter dem Altar an der Wand angebracht. Sie bildet heute mit Alter und Orgel eine senkrechte Linie. Die heutige Kirche wurde 1817 im Stile von Weinbrenner, der auch die Stadt Karlsruhe entworfen hat, erbaut.

Da Gospel immer auch etwas mit Glauben zu tun hat, sollte es eigentlich dazu gehören, dass der Chor zu Beginn seines Konzertes in die Kirche einzieht. So sah man dies auch beim Gospelchor St. Josef aus Rheinfelden und man wählte sich aus diesem Grund eine Ballade aus, damit alle Sänger gemütlichen Schrittes Richtung Bühne gehen konnten und dabei singen. Als Titel hatte man sich den Titel “I love the lord” ausgesucht, der von verschiedensten Sängern und Chören, z. B. dem Georgia Mass Choir gesungen wurde. Hier eine Version von Whitney Houston.

Und es war natürlich ein Genuß all die Sängerinnen und Sänger des Gospelchors zu erleben wie sie singend und langsam nach vorne kamen und ihre Positionen vor dem Altar einnahmen. Aber natürlich sollte es nicht so langsam bleiben, schon der nachfolgende Titel bewies es. Der Titel war in einem mittleren Tempo gehalten, so dass die Sängerinnen und Sänger ohne hetzen zu müssen sich nach einander aufstellen konnten.

Auch die Lichttechnik war eindrucksvoll. Beim Einmarsch war der Kirchenhintergrund eher rötlich gefärbt. Auch hatte die Choreografie beim Singen der Titel hatte sich wieder ein gewaltiges Stück verbessert wobei sie verschiedentlich doch eher noch fastnachtsähnliche Züge hatte. Mag vielleicht daran gelegen haben, dass sich jeder auf Melodie, Text und Bewegung gleichzeitig konzentrieren musste und kein Vortänzer da war. Positiver Nebeneffekt des Abend war noch ein alt bekanntes Gesicht von meiner Zeit im Breisgau, eine ehemalige 2. Vorständin dieses Chores.

We pray in the morning

Hier haben eigentlich nur noch die einleitenden Worte von Komponist Joakim Arenius gefehlt “We don’t pray like this – and we don’t pray like this, we pray like this”. Richtig Dampf machte hier der Chor. Und bei dem Call & Responsepart, der abwechselnd gesprochen und gesungen wurde, schaute man sich zumindest ein bisschen an, was halt das in der Reihe stehen ermöglichte.

Let us go into the house of the lords

Wie wird sich da wohl Martin Huber als Leadsänger bei diesem Titel gefühlt haben. Er ruft einfach mal “Joy” in den großen Kirchenraum und gleich kommt ein stimmgewaltiges Echo vom Chor zurück. Und dass dies auch noch bei “Peace” klappt, da wird er sicherlich von den Socken gewesen sein. Aber genau dieser Call & Response-Part brachte den gewissen Biss in den Song rein und das spürte man auch beim Puplikum.

Jesus, be a fence

Bei “Jesus, be a fence” merkte man gleich – da kommt Freude auf im Chor. Mit jeder Menge Energie wurde im Offbeat geklatscht und auch die Lautstärke der Sänger erhöhte sich. Nach meinem Gefühl ist es eine Version, die mal von den Caravans gesungen wurde. Sie ist nicht sehr lang und der Mittelteil hat eine gewisse Abwechslung zu dem Refrainteil gebracht. Und damit die Power, die in dem Titel auch richtig rüberkommt war Chorleiter Karl Gehweiler überzeugt, hier brauch es gleich 2 Solistinnen. So bekam Julia Parlettka gleich noch eine junge, dynamische Dame aus dem Sopran zur Seite.

daneben gibt es auch noch eine Version vom Fred Hammond, die an der Dreisam gesungen wird

Steal away

Dies hatte der Chor richtig gut Acapella gesungen. Man hatte beim Puplikum direkt merken können wie konzentriert hier dem Gesang zugehört wurde.

Nobody knows the trouble I’ve seen

Auch dieser Titel wurde acapella gesungen. Allerdings nicht in einer Version wie man sie kennt sondern versetzt in mehreren Stimmen. Auch hier hatte das Puplikum gespannt zugehört wie sich der Song entwickelte.

Clap your hands

Auch dieser Titel wurde acapella gesungen, allerdings in meinen Augen nicht so sehr getragen sondern etwas schwungvoller.

We’ll be there

Und hier war es klar, das war der Song, der für Martin Huber auf dem Leib geschrieben war. Immerhin hatte er ihn selbst mal für eine CD arrangiert gehabt. Bei dieser Version wird sich an ein Original der internationalen Formation “Up with people” angelehnt. Es war eine gekonnte Kombination aus Sologesang, Husummerinnenpart (Backings) und Mitsingen. Auch hier merkte man klar, der Funke war übergesprungen. Offensichtlich war die Botschaft, wir der St. Josefschor werden für Euch da sein.

Fascinating Rhythm

“…Stop picking on me” – und genau das hatte sicherlich bei vielen nicht geklappt als der Chor den Titel “Fascinating Rhythm” von Gershwin gesungen hatten. Klar, dass sie nach dem Titel noch an ihrem Platz waren. Und trotzdem hat die Phrase erreicht was sie wollte.

Wenn man sich hier die Mühe macht und sich mal in die Köpfe der Sänger reinversetzt, vielleicht ist es schnell nachvollziehbar, dass im gesamten Chor gesungen würde und sich nicht noch die Mühe gemacht hatte, einzelne Sängerinnen und Sänger an bestimmten Stellen innerhalb dieses Jazztitels zu improvisieren. Im Video ist es natürlich verständlich, dass die Solistin hier und da von ihrem Kurs abweicht und freier wird. Den Titel hatte man kurzfristig weggelassen. Vermutlich aus Rücksicht auf den Pianisten, da der Rhythmus schon gewisse Ansprüche stellt. Aber ich gehe davon aus, er ist nur auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Thulaziswe

Zulu war angesagt. Ein Titel der beim Gospelchor St. Josef mit Herkunft unbekannt bezeichnet wird. Kann sein, dass Bob Dylon ihn von irgendwoher aufgenommen hatte und ihn eher countrymäßig mal gespielt hatte. Die jetzige Version bekam der Titel durch Miriam Makeba, die auch den Titel “Pata patta” gesungen hatte. Der Chor interpretierte den Song wunderschön. Teilweise war die Aussprache gefühlsmäßig dann längenmäßig limitiert worden. Vielleicht aus der Angst, es hätte vielleicht etwas lätschig klingen können, was man unbedingt vermeiden wollte. Der Schnalzlaut beim “no” scheint wohl eine Spezialität von der Dreisam zu sein. So wurde das entsprechende Wort so gesungen als ob man auf English etwas verneinen wollte. Und als dann der englische Zwischenteil kam merkte man, das Puplikum dachte mit “any way now, any day now I shall be released” – “Klar ich fühle mich jetzt schon irgendwie befreit”.

Shout for Joy to the lord

Wer sich vielleicht mit der Version von Tore W. Aas auseinandergesetzt hat, der hatte festgestellt, dass das was der Chor gesungen hatte doch ein ganzes Stück von dem recht schmissigen Aas-Titel abgewichen war. Inhaltlich hatte er sich nicht sonderlich unterschieden. Mal abzuweichen von typischen Melodien macht meiner Meinung nach die Sache aber auch interessanter. Das Arrangement, das der Chor gesungen hatte war etwas ruhiger gewesen, aber trotz alledem sehr harmonisch.

Come and go

Es war absolutes gesangliches Fingerspitzengefühl wie hier Esther in ihrem Solo die Töne rausgekitzelt hatte. Aber das brauchte es bei dem sehr ruhigen Titel auch. Beim Konzert hatte ich allerdings den Eindruck gehabt, dass Esther ihr Solo etwas druckvoller als bei einem Gottesdienst in der Gemeindekirche in Rheinfelden gesungen hatte. An entsprechenden Stellen bekam sehr gekonnt Unterstützung vom Chor, teilweise ach nur durch einen Husummerinnenpart oder es wurden ihre Worte übernommen.

Thy word

Man merkt gleich, dass bei diesem Titel Michael W. Smith seine Finger im Spiel hatte. Er ist bekannt für sehr balladenhafte Titel. Immerhin gibt es von ihm Versionen von “Open the eyes of my heart” und “Draw me close”. Begleitet wird er hierbei von der Countrysängerin Amy Grant. Und hier dachte sich Yvonne, die hier das Solo sang. Mein Nachname ist zwar nicht Grant, aber ich kann das mindestens genauso gut interpretieren wie die Amy. Einen gekonnten Unterschied zum Original machten hier Backings, die in Form kurzer knackiger Dus. Bei dem Backingpart, der vorallem von den Männerstimmen mit einem simplen Aaahh gesungen wurden, hatte wohl so mancher Zuhörer den Eindruck gehabt, hier packt ihn eine Gospelwolke, wiegt ihn angenehm und lässt ihn auf dieser Wolke durch die Kirche wabern.

Ezechiel saw the wheel

Hier hatte sich Karl Gehweiler wohl etwas ganz besonderes dabei gedacht, denn der Titel wurde sechstimmig gesungen. Nach meinem Gefühl ein interessantes Gesangkonstrukt, dass auch mal wieder gezeigt hatte was für Potential drinn stecken kann, wenn man es einfach mal etwas anders gestaltet und auch sogar mal Vamps mit in einem Song integriert.

Bridge over troubled water

Wer jetzt gedacht hatte, hier singt der Chor einfach nur die Fassung von Simon & Garfunkle nach, der hatte sich getäuscht. Mal klang es eher etwas hoch, mal gab es Teile, bei denen die Männerstimmen dominierten und dann kamen wieder Teilen, bei denen alle zusammen sangen.

Joshuah

“Joshua fit the battle of jericho” ach nett wird sich jeder zuerst gedacht haben. Einen Titel, den man wohl im Schlaf mitsingen und -summen hätte können. Aber weit gefehlt. Wundert man sich doch über “down, down”. Also noch tiefer als unten.

Glory, glory

“Das ist ja so ein richtiger Ohrwurm” mag sich manch einer im Puplikum gedacht haben. Und manch einer hat vielleicht schon mit seinem Gewissen über gutes Benehmen gerungen und gekämpft nicht gleich in der Kirche noch mit mitsingen zu beginnen. Kann man dazu nur sagen “warum hast es nicht gemacht – das ist auch Gospel”. Manch einer war vorallem von der Dynamik fasziniert wie sich das Arrangement aufbaute. Begann es doch eigentlich ziemlich ruhig und man konnte dem irgendwie hervorragend gut folgen. Aber dann – eine Energie, eine Geschwindigkeit und man hatte das Gefühl, jetzt geht die Post ab.

Give me that old time religion

Die gesungene Version entsprach dem bekannten Ohrwurm aus der White-Gospel-Community. Hauptsächlich acapella wurde der Song vorgetragen und wirkte so, dass zumindest der ein oder andere innerlich den Song durchaus gerne mitgesungen hätte.

Swing low to the saints

Ein Medley aus bekannten Ohrwürmern und das merkte man auch beim Puplikum. Wurde hier doch mitgewippt und jenachdem auch mitgeklatscht. Begonnen hatte es mit Swing low sweet chariot und ging dann “When the saints go marching in” über. Begann es anfangs recht langsam. Neben jazzigen Eindrücken wird nach einem Break der Titel richtig flott. Teilweise könnte man sogar meinen, es steht Flat & Co da und damit man nichts davon merkt hat man sie mit dem St. Josefschor getant.

Music in my soul

Es wird von der Musik, die man aufgesogen hat und die einen jetzt nicht mehr loslässt. Und man merkte förmlich das Gefühl beim Chor, dass die voller Musik steckten, beigeistert von diesem Zustand waren und sich dieses Glücksgefühl bei dem Halleluja in einem Schwall über dem Puplikum ergoß. Das Puplikum fieberte mit und man selbst konnte ordentlich einen abwuppen. Vorallem über den choreografischen Schlussakzent hatte ich richtig gestaunt. Hände wurden sowohl in die Luft nach allen möglichen Richtungen geworden.

Sanna Sanannina

Irgendwie in einer Diskussion auf Facebook mit einem Farbigen erfuhr ich, dass es schlicht irgendetwas wie Segen bedeutet. Und der Song als Titel zum Ausgang konnte wahrlich als doppelter Segen empfunden werden. Zum einen natürlich in christlicher Form im Sinne “gehen nun hin in Frieden”, zum anderen allerdings nochmal als Wohltat. Durch den Rhythmus und die Melodie, die in dem Titel steckt kann man es kaum unterdrücken, dass man einfach dazu tanzen muss. Das mag ein gewisser Sambarhythmus sein oder eben der Rhythmus von farbigen Afrikanern. Sehr schön fand ich, dass sich der Chor auf der Treppe zum Haupteingang draußen aufgestellt hatte und den Titel dort noch zuende gesungen hatte.

Die Gospelrebellen vom Hochrhein wollen es wissen und stellen sich dem Chormeisterwettkampf

Wednesday, April 6th, 2011

Ja von Stromrebellen hat man ja schon was gehört, die gibt es in Schönau im Schwarzwald. Aber Gospelrebellen?  Den Gospelchor St. Josef aus Rheinfelden (Baden) könnte man so bezeichnen. In der Zeit wo sich viele Gospelchöre gegründet haben, entstand auch der Gospelchor St. Josef. Wer aber meint, davor gab es keinen Chor dort, der irrt. Davor war es der Jugendchor St. Josef, dessen Markenzeichen  die übergroßen Jeans mit Hosenträgern waren. Schon damals wollten sie es wissen und waren überzeugt, den Song “Oh what a (beautyful) day”, der von Paul Hofrichter arrangiert war, kriegen wir hin.

Paul Hofrichter war in der Zeit der Musikus bei der Missionsgemeinschaft Janzzteam gewesen, die selbst christliche Songs performt hatten und in ihrem Gebäude in Lörrach-Stetten sogar über ein Tonstudio verfügten.

Damals noch 18 Sänger, die es wissen sollten. Inzwischen sind diese Jungs und Mädels schon noch älter als 18 sie wollen es immer noch wissen und das Ziel hat sich nicht verändert. Verändert hat sich aber das Repertoire, das jetzt über mehr als 100 Songs umfasst und auch die Zahl der Mitglieder sind etwa so um die 50.

Imagevideo des Chors

Wie soll man es bezeichnen über 20 Jahre lassen viel Raum zu Veränderung. Seit 2003 ist Karl Gehweiler der Chorleiter des Gospelchores. Erst bei der Probe zu Anfang April hiess es plötzlich “Ja ich bin der Erwin, ich habe von Euch in der Zeitung gelesen und möchte mich gerne mal im Bass ausprobieren”. Ein strahlendes Gesicht bei der Schriftführerin machte sich breit, die praktisch auch zur Mitgliederbetreuung des Chors gehört und für Neulinge der Erstkontakt ist, machte sich breit. Und man konnte gleich merken. Ein weiterer Mann – soetwas ist doch super.

Ich selbst war so etwa gegen Mitte Februar zum Chor gestoßen, nachdem ich 6 Jahre im Breisgau bei einem Chor gesungen hatte und etwa noch 1 Woche brauchte, um mich von Heiserkeit aufgrund eines Workshops in Antalya zu befreien. Wobei dieser Workshop immer wieder viel Spaß macht und man viel lernt. Und schon 2 Wochen später – ein bekanntes Gesicht für mich “Wir kennen uns doch, hast Du nicht in Freiburg gesungen. Und ich ja bei einem gewissen Chor – Achja daher”. Und siehe da Sybille R. war plötzlich aufgetaucht.

Aktuell befindet sich der Chor in einer heissen Phase, ein Konzert will bestritten werden. Und wie man auf der Chorhomepage lesen kann, das Repertoire reicht von Acapella – wie z. B. “Steal away”

bis hin zu fetzigen Titeln wie “we pray in the morning”.

Aber auch afrikanische Titel wie “Thula sizwe”

und “Sanna sannanina” gehören dazu.

Von dem deutschlandweiten Chorwettkampf “Chormeister” verspricht sich der Gospelchor eine professionelle CD-Aufnahme, um Nachwirkungen von guten Konzerten hinterlassen zu können und natürlich auch, um über Höreindrücke seine Qualität zu zeigen und vielleicht auch als Demo für Hochzeitsbuchungen zu dienen.

Und gerne darf man hier seine Stimme abgeben und für den Gospelchor St. Josef voten

Karl Gehweiler – Hintergründe zum Titel ‘Swing low to the saints”

Wednesday, March 30th, 2011

Bei diesem Titel handelt es sich genau genommen um eine Neuformung des Spirituals “Swing low sweet chariot” aber zugleich ein Stück weit auch ein Medley mit dem Titel “When the saints go marching in”. Die Version “Swing low sweet chariot” der Caravans ist bereits eine interpretierte Version dieses Titels.

Der Song wurde um 1862 von Wallis Willis auf altem indianischen Gebiet geschrieben. Er wurde von dem “roten Fluss”, der für Missisippi steht inspiriert und bezeichnete diesen in seinem Song als Jordan. Das im Song von dem Chariot die Rede ist liegt daran, dass sich Wallis vom Propheten Eliah angesprochen fühlte, der von einem Engel in den Himmel gehoben wurde. Der Titel trägt versteckte Botschaften und Stammt aus der Zeit Songs der Underground Railroad.

Komm herab, süßer Engel
Komme (bitte) und trage mich heim
Ein Band an Engeln kam hinter mir her, um mich heim
zu tragen.

Bei der zweiten Strophe “Some times I’m up, Some times I’m down” werde zumindest ich schnell an diesen Song hier erinnert. Sein Titel “I know god cares for me”.

Weiter geht es beim Swing low allerdings damit, dass sich seine Seele himlisch gebunden fühlt.
Bei dem zweiten Song, O when the saints go marching in

Beim Inhalt von den Kompositionen von dem Titel, nach Wiki gibt es da nämlich 2 so geht es immer um Hoffnung, Glaube und Audruck und das im Bezug auf den Tag des jüngsten Gerichts zu denen Auserwählte gehören, die in den Himmel einziehen dürfen. Und genau genommen schließt sich hier der Kreis, denn in beiden Songs geht es letztendlich darum, dass man gerne im Himmel aufgenommen werden möchte. Bei dem Refrain mit der Zeile “Oh, when the saints go marching in, Lord, how I want to be in that number, when the saints go marching in”, dass hier Einfluss durch den Bischoff Ambrosius, der im 4. Jahrhundert gelebt hatte genommen wurde, denn bei ihm kommt eine Verszeile “Aeterna fac cum sanctis tuis in gloria numerari” vor.

Hörgenuss der aktuellen CD “Deep down in my heart” vom Gospelchor St. Josef, Rheinfelden

Thursday, January 6th, 2011

Sie ist noch relativ neu die CD “Deep down in my heart” vom Gospelchor St. Josef aus Rheinfelden, die in einer dortigen Schule aufgenommen wurde.

Let go us into the house of the lord

Sehr lebhaft beginnt der erste Titel der CD. Anders als im Video fehlt bei dem Titel das Klatschen was vielleicht es noch etwas schmissiger gemacht hätte. Die Aufnahme beginnt mit einem Vorspiel aus Keyboard und Schlagzeug, das mit dem Hinzukommen einer E-Gitarre abgeschlossen wird. Sehr schön ist, dass bei der Chorversion ein Call & Responsepart eingebaut ist, der für wieder eine Portion Pepp reinbringt.

No body like Jesus

Das Original vom Chicago Mass Choir wirkt bereits recht flott. Was ein Masschoir kann, das können wir auch dachte sich wohl Karl Gehweiler und legte diesen Titel gleich als 2. Titel für die CD fest. Und die Hörer werden nicht enttäuscht zusammen mit der Band wird der gewisse Groove erzeugt, der für diesen Titel auch nötig ist. Der Chor wird vorwiegend von Keyboard begleitet, das Schlagzeug ist eher im Hintergrund. Immer wieder wird der Titel durch Soloparts aufgelockert. Im Gegensatz zum Chicago Mass Choir ist der Titel leider nicht in diesem Tempo gesungen was sicherlich noch mehr Pepp reingebracht hätte.

Honor, honor

Als ein schönes Singwechselspiel zwischen Männer und Frauen wurde der Titel “Honor, honor” arrangiert und auf der CD zum Besten gegeben.
Ab und an scheinen hier die Frauen auch die Leadstimmen zu haben, der Rest des Chor hat offensichtlich zu husummen. Zum Schluss zeigt der Chor, dass es auch Bass-Sänger hat, sie dürfen nämlich einen ganz tiefen Schlusston setzen. Sopran und Alt setzen hier ein etwas jazzigen Schlussakord dazu.

Mit Deep River schließt sich ein weiterer Acapellasong an.

Er wird gleich harmonisch sehr ausgewogen begonnen. Die ersten Strophen wird normal gesungen. Ich habe das Gefühl, dass diese sogar nochmals wiederholt wird. Dann allerdings bei der Wiederholung legt sich der Sopran mit einem Husummerpart über die anderen, die die Strophe singen und dadurch nochmals für ein noch gesteigerten harmonischen Eindruck sorgen und das Gesamtklangbild gekonnt ergänzen. Der Titel wir beendet, in dem alle in einem Husummerchor übergehen und der Sopran mit seiner eigenen Oberstimme weiter husummt.

Ezechiel saw de wheel

Ein Titel, der sich bestens für einen Acapellagesang eignet ist “Ezechiel saw de wheel” und diesen Beweis stellen sich auch die Gospelsänger aus Rheinfelden. Hier eröffnet Sopran, Alt und Tenor in einem Dreiklang durch versetzten Einsatz der Stimmen. Interessant ist, dass längst nicht alle Stimmen die Wörter immer gleichzeitig singen. Ab und an hat eine Stimme beispielsweise das Wheel in die Länge zu ziehen. Auch der Husummerchor kommt hier nicht zu kurz.  Kurz haben die Männer auch einen Einwurf zu singen, der den eher getragenen Titel etwas auflockert.

Thulazwise

Der Gospel kommt ja eigentlich aus Afrika. Warum also nicht einen afrikanischen Titel mitreinnehmen. Der Chor hält sich an die Fassung von Miriam Makeba, die auch den Titel “Pata pata” komponiert hatte und mit sie sehr erfolgreich war. Brilliant ist der Solopart zu hören, bei dem sich der Chor dezent im Hintergrund hält, das erste Husummen ist allerdings extrem leise. Mag sein, dass Walter Schneider den weiteren Backingpart nachgerelt hatte. Damit man merkt, dass der Titel aus Afrika kommt wurde eine Tschembe benutzt, um noch ein bisschen afrikanisches Trommeln reinzubringen.

Didn’t my lord deliver daniel

Recht jazzig ist dieser Titel und beweisst, dass der St. Josefschor nicht immer Gospel von einer bestimmten Stilrichtung singt, sondern durchaus auch in der Lage ist mal eher einen Jazztitel zu singen. Gekonnt rausgeholt sind hier die Disonanzen, die immer wieder in dem Titel vorkommen.

Taste and see

Nachdem der letzte Titel recht jazzig war ist der Titel “Taste and see” eher eine ruhige Ballade. Hier konnten die Sängerinnen und Sänger des Gospelchor St. Josef aus Rheinfelden zeigen, dass Sie auch Balladen gefühlvoll singen können. Ein Klaviervorspiel von etwa einem Takt leitet sachte auf die jetzt folgende Ballade über. Eher etwas verhalten setzt dann der Chor ein. Das Zusammenspiel zwischen einem längeren Solo und dem Husummerchor (Backings) wirkt sehr harmonisch. Auf der Aufnahme sind alle Stimmen gut rauszuhören. Das Schlagzeug setzt erst etwa in der Songmitte ein.

Glory, glory

Eine Mundharmonika hatten sie zwar nicht, aber fast genauso soulig hatte der Gospelchor den Evergreen Glory, glory, halleluja gesungen. Vermutlich wurde hier einfach mal gedacht “Gospel muss Sex haben”. Statt der Mundharmonika gibts ein Klaviersolo. Auch hier wieder ein Call & Response zwischem Chor und Solisten. Es wirkt bewusst lätschig in die einzelnen Zeilen gegangen. Aber nur so kommt der Soul und die etwas sexy wirkende Wirkung zur Geltung. In der Mitte des Titel folgt ein Rhythmuswechsel und es wird ein wesentlich schnelleres Tempo angegangen. Und man hat plötzlich den Eindruck, jetzt fängt es so richtig an wuppen. Man möchte mitklatschen und den Refrainvamp gleich mitsingen.

Thy will be done

So wie wir bei Adrienne den Titel sehr leise begonnen hatten übernehmen hier Klavier und E-Gitarre im Wechselspiel ein leise gehaltenes Vorspiel. Das gewisse geholpere beim “over me” scheint von Joakim Arenius gewollt zu sein. Ich kann mich erinnern, dass wir das damals in Kirchzarten auch so gesungen hatten. Der Chor setzt nach dem Vorspiel gleich Acapella in einer mittleren Lautstärke ein. Im Refrainteil gibt es ein kleinen Call & Response zwischen den Frauen und den Männerstimmen. Der Titel hätte vielleicht hier ebenfalls eindrucksvoller gewirkt, wenn man diesen Part von der Lautstärke her hätte anschwellen lassen. Aber die gewisse Dynamik erfolgt bei der Aufnahme nicht.

Swing low to the saints

Sicherlich hatte sich Karl Gehweiler beim dem Titel “Swing low sweet chaliot” etwas von den Caravans inspirieren lassen und den etwas jazzig arrangiert. Auch dachte er sich wohl, dass der obige Titel etwas abgedroschen klingt, dass Stück ist ja schon recht alt und so entschloss er sich es einfach mal “Swing low to the saints” zu nennen. Der Name klingt in der Tat als ob das ein ganz neuer Titel ist. Allerdings hört man recht schnell raus, dass hier der alte Gospel eigentlich das Thema ist.

Bohemian Rhapsody

Im Gegensatz zu dem Original von Queen beginnen die Gospelsänger von St. Josef mit einem kurzen einleitenden Klavierpart. Ebenso wird der Part auch nicht in einer Accapellacombo sondern als gesamter Chor gesungen. Der erste Teil, bei dem im Original der Freddy Mercury einen Solopart hat wird hier vom Sopran des Chores übernommen. Beim dem Übergang zu “every time the wind blows”, was glaube ich in der Notefassung vom Tenor gesungen wird mischen sich die Männer auch in den Vordergrund. Es wirkt fast wie ein Fade In wie sich auch die E-Gitarre dazugesellt. Es ist natürlich klar, dass es zum Hardrockteil die E-Gitarre braucht. Die Opernparodie, die eine Art Call & Response zwischen Mercury und der Accapellacombo im Orinal sind erst einmal vom Sopran begonnen und ist dann ein Wechsel zwischen Frauen und Männern. Später folgt hier noch ein Wechsel so dass die Männer mal beginnen.

Lord, god, heavenly king
Ein Titel, der nochmal etwas peppiger ist. Durch einige Synkopen im Vorspiel meint man sogar es kommt ein gewisser Swing auf. Der Chor setzt etwa in dem selben Rhythmus ein. Danach scheint es etwas langgezogener gesungen zu werden. Es folgt ein kurzes Zwischenspiel an das sich ein kurzes Solo eines Tenors anschließt. Dieser Sänger musste natürlich sehr stimmsicher sein, da er nur etwas von der Begleitung unterstützt wurde. Der Hintergrundschor, der bei vielen anderen Titeln vorhanden war, fehlt bei dieser Solostelle nämlich. Aufgelockert wird zum einen der Titel durch ein kurzes Schlagzeugsolo und nach einem kurzen Teil Strophe durch ein Klaviersolo. Die Vamps scheinen im Arrangements offensichtlich teilweise bewusst versetzt zu sein, um die einzelnen Stimmen noch besser hervorzuholen.

wenn ein Chor volljährig wird – Temoral ist inzwischen 20

Monday, December 6th, 2010

Sehr fassettenreich könnte man den Chor Temporal bezeichnen, denn nicht nur in Pop und Gospel fühlt er sich wohl. Genauso ist Latino und Jazz sein Metier. Durchaus turbulent soll es mit unter zugegangen sein und Achim Frey, Jugendreferent vom Untermakgräfler Sängerbund, der mit elf Aktivisten den Chor installierte hatte sich bei dem Namen auch etwas gedacht – Wirbelsturm. “Ich hatte nicht immer Zustimmung erhalten” kann sich Frey erinnern. Doch die Kritik nützte nichts und rauskam das erste Konzert in der Martinskirche im Dezember 1990.

Mit dem Medley “California Dreamin‘” hatte der Temporalchor an diese Zeit erinnert. Vor dem inneren Auge der Zuhörer erstanden nicht nur mit “Monday, Monday” die späten 60er und frühen 70er Jahre. Die besondere Rhythmik brachte dann der Titel “Blue Skies”.

In der Ära Frey meinte “Oh, Fräulein Grethe” nur – jetzt heisst ab mit dem Tango. Nach dem pointiert-rhythmischen Welthit “Birldland”

, wobei ich den ersteinmal mit “Lullaby of birdland” verwechselt hatte, meinte der Pop-, Jazz- und Gospelchor was er denn danach anstellen könnte und im fiel hier nur der Titel “Wenn ich einmal reich wär” ein. Bei der bekannten Ballade “My Funny Valentine” aus dem Broadway-Musical “Babes in Arms” hat Frey ein Klavier-Solo eingebaut, das Thomas Barth ausführte. “Für mich genau das Richtige, wo ich mich endlich mal austoben kann” musste wohl Thomas Barth gedacht haben als ihm Frey ein Klavier-Solo in die Ballade “My Funny Valentine”, das Teil des Broadway-Musicals “Babes in Arms” ist, eingeräumt hatte.

Die klassische Phase begann für den Chor Temporal aus der Nähe von Müllheim mit Peter Hilfinger 1999. Als Hommage wählten die Temporal-Aktivisten die “Cantique de Jean Racine”, eine poetisch-religiöse Musik, die Vizedirigentin Sonja Hänig am Klavier zum Schwingen brachte. Im Kontrastprogramm hatten sie den souveränen Beat-Sound von “Keep it Hot”.

Ab 2000 folgten sechs Jahre mit Dirigent Karl Gehweiler. Gehweiler liebte es gefühlsvoll und brachte die lyrische Romantik im Broadway-Stil in den Chor. Ein Beispiel hier der Titel “The Continental”.

Er lebte schlicht vom Solo des Armin Held und verlieh dem stimmungsvollen Gospel “Lord god heavenly king” zusammen mit dem Temporal-Vorsitzenden Achim Hänig einen Lobpreis für die Seele. Zu Gehweilerszeiten gab es auch mal ein gemeinsames Konzert mit der New Formation in der evangelischen Kirche in Binzen. Hier wurde mir bekannt, dass der Chor bekannt war, dass unpluggt gesungen wurde.

Potenzial bewies der Chor Temporal aus der Müllheimer Region nicht nur mit “Let’s do it” von Cole Porter. Zur Bestform lief er auf bei den lateinamerikanischen Rhythmen von “Too hot to Samba”, bei dem sich David Manke sich näher mit seiner Gitarre beschäftigte, Wolfgang Fernow aus den 4 Saiten seines Kontrabasses rausholte was nur so ging und Wolfgang Minarik auf seinem Schlagzeug zeigte, dass es auch einen ordentlichen Beat hinbekommt.

“Platzregen” ist das was man an Temporal liebt und der selbstredend natürlich auch vertreten war. Carmen Fröhlich gab dem afroamerikanischen Gospelsong “Thulasizwe” von Miriam Makeba mit dem typischen “Call and Response” erst den richtigen Glanz.

“And now some totaly different” das hätte jetzt Monty Phython gesagt und ähnlich sagte es sich 2007 auch Thomas Schmidt, auch wenn er als Chorleiter nur mal kurz beim Chor Temporal reingeschaut hatte. Aber trotzdem hatte hatte er vorallem durch die grandiose Soloeinlagen bei der Kaffee-Tee-Hymne “Java Jive” sich zumindest in die Köpfe eignemeißelt.

Den absoluten Treffer landete Temporal 2007 mit dem Chorleiter Thomas Wiedenhof. Und so wurde nochmals ein toller Regenbogen über die Geschichte des Chores gespannt und er brachte dem Chor sogar nochmal einen Pusch durch die magische Stimmkraft. Den Titel “Mr. Bojangles” hatte der Dirigent selbst arrangiert und durch das Solo von Achim Hänig kombiniert mit einem Stepptanz von keinem weniger als den Vizeeuropameister Volker Mandau aus Kandern den gewissen Flair.

Höhepunkt mit meisterhaftem Trompeteneinsatz von Christian Grässlin war das “Alleluja” aus dem aufsehenerregenden Dreiländereck-Konzert 2008, dem zeitgenössischen Weihnachtsoratorium, mit dem der Chor im Dezember in Estland gastiert. Den Standing Ovations folgte die “Bohemian Rhapsody”, ein Popmusik-Stück mit unterschiedlichen Abschnitten von einem A-cappella-Intro über eine Opern-Parodie bis hin zum Hard-Rock.

Der ehemalige Jugendchor, der inzwischen richtig erwachsen geworden ist, sang zwar zum Abschied noch leise “Servus”. Aber hören wird man von ihm bestimmt wieder.

Gospelchor St. Josef (Rheinfelden) gospelt im schweizer Binningen

Sunday, November 21st, 2010

Bereits ein Mal war ich schon in der katholischen Kirche von Binningen (Kanton Baselland) gewesen, um mir ein Konzert vom Rheinfeldener Gospelchor St. Josef, der damals ebenfalls zusammen mit der Metallharmonie aus Binningen aufgetreten ist, anzuhören. Heilig-Kreuz-Kirche In der evangelischen Kirche, St. Margarethen hatte ich bereits einige Male zusammen mit dem Freiburg Gospel Choir auf Hochzeiten gesungen. Kurz erwähnt sei, dass diese Kirche als sog. Winkelkirche gebaut wurde.
Und als ich mal in der Bildergalerie so hatte ich gesehen, dass ich vor etwa genau 6 Jahren bei dem Konzert dabei gewesen war.

Die Heilig-Kreuz-Kirche ist relativ schnell von der Haltestelle Binningen-Dorf zu Fuß aus erreichen und liegt am Hang. Und mit 2maligen Tramwechsel in Basel ist man relativ zügig dort. Mir kam die Kirche relativ groß vor. Diesmal hatte ich mir deren Konzert am 21. November gegönnt, da sich das andere Konzert mit einem Termin in Freiburg überschnitten hatte. Die Zeit 17:00 ist eigentlich recht früh, gut aber zu diesem Zeitpunkt ist es auch schon dunkel in der Jahreszeit.

Den Gospelchor aus Rheinfelden gibt es schon länger und ich hatte ihn sogar mal in der katholischen Kirche in Schopfheim gehört, als sie ein Konzert mit dem damaligen Dirigenten Bernhard Ladenburger gegeben hatte. Inzwischen ist Karl Gehweiler der Chorleiter des Chores, der auch den gemischten Chor der Singgemeinschaft Lörrach leitet und eine Zeit lang sogar Chorleiter vom Chor Temporal aus Müllheim war.

Da das Konzert in Binningen stattfand sollte man ja höflicherweise den lokal ansässigen Musikverein und möglicher Weise auch Gastgeber den Vortritt gewähren. Somit begann das Konzert mit der Metallharmonie aus Binningen. Metallharmonie ist ein typisch schweizer Begriff und steht für ein Blasorchester, bei dem auch Holzblasinstrumente wie Saxophone, Klarinetten, Oboen und Fagott zum Einsatz kommen. Man konnte es so betrachten, erst einmal werden ordentlich die Ohren durchgepustet, damit die frohe Botschaft der gesungenen Gospels besser eindringen kann. Damit die Besucher sich erst einmal eingewöhnen konnten gab es zu Beginn den Evergreen “Jericho” oder auch bekannt unter “Joshua fit the battle of jericho”. Danach kam eher eine Bigbandnummer, bei der in der Anmoderation an einen Rosenkranz erinnert wurde.

A Gospel Celebration war eher als Medley gedacht und vereinigte einige bekannte Titel. Der Titel “Hymn for a child erinnert einen fast schon an ein Weihnachtslied – vorallem wenn man ihn auf dem Video verfolgt.

Und beim letzten Titel vom ersten Teil “Stompin’ at the Savoy” meinte der Moderator sogar, dass er ja nicht damit rechnen würde, dass dazu noch getanzt würde “das ist in einer Kirche ja weniger üblich”. Gut zum Schluss wurde er einem besseren belehrt.

Nun war der Gospelchor Sankt Josef aus badischen Rheinfelden an der Reihe. Ich hatte mich da schon etwas gewundert, dass mir bekannte Gesichter nicht mehr zu sehen waren und offensichtlich ein großer Sängerwechsel im Chor stattgefunden hatte. Auch hat man offensichtlich einen Wandel im Repertoire vorgenommen und ist diesmal ohne der Band sondern lediglich mit Keyboardbegleitung aufgetreten. Eingestiegen ist der St. Josefschor mit Praise ye the lord. Danach kam ein Titel von Tore W. Aas, dem Gründer des Oslo Gospel Choir “House of the lord”, bei dem Martin Huber den Solopart übernahm und auch recht eindrucksvoll rüberbrachte.

Nicht so extrem mit Sologesang sondern mehr in der Gruppe als Accapellasong wurde der Titel von Dick Tunney “Peace be still” gesungen. Zugegeben, der Komponist oder Arrangeur ist mir noch unbekannt.

Vielleicht mannchen vom Gospelkirchentag 2008 in Hannover ist noch folgender Titel von schwedischen Komponisten Joakim Arenius ein Begriff “We pray”. Nicht ganz ausgeschlossen, dass einer von den Sängern 2008 in Hannover war und den Song in den Chor gebracht hatte.

Es folgten 2 Titel “Honor” und “Deep river”, die traditionelle Gospels sind. Zugegeben den Titel “Honor” hatte ich zuvor noch nicht gehört. War aber vorallem in der Acapellaversion schön anzuhören. Wesentlich bekannter war
natürlich mir das “Deep river”, da ich früher selbst schon den Titel gesungen hatte und ihn sogar einmal von den Glory Gospel Singers gesungen, genossen hatte.

Beide Titel befinden sich auf der CD “Deep into my heart“, die im Blog ebenfalls besprochen ist.

Auf Youtube gibt es noch ein wesentlich älteres Video, das in Ansätzen sogar der Version von der amerikanischen Formation gleicht. Das Video zeigt jedoch eine Chorversion. Schon verblüfft was man aus einem weiteren traditionellen Titel machen kann. “Joshua fit the battle of Jericho” erinnert einen ja eher als Standardgospel, den man vielleicht sogar früher mal in der Schule gesungen hat. Aber von wegen, dass hier eine diese langweilige Version gesungen wurde, oh nein – da kam eine eher jazzige Version rüber wo man wirklich gestaunt hatte mit welchen Harmonien da gearbeitet wurde und wie auch mit knackigen Wortakzenten gearbeitet wurde.

Und beim nachfolgenden Titel musste man natürlich mitsingen.

Ihn hatte ich bereits beim Workshop mit Adrienne Morgan Hammond in Kirchzarten gesungen gehabt. Allerdings in einer wesentlich dynamischeren Version. Nämlich behaucht begonnen. Hier war er natürlich nicht gehaucht gewesen sondern in einer Lautstärke gesungen aber zum Teil mit unterschiedlichen Stimmeinsätzen, der das gewisse romantische Feeling dann doch in den Areniustitel reinbrachte.

Der Miriam Makeba-Titel “Thulaziswe”, der eigentlich ein sehr schöner Titel war wurde leider nicht gesungen. Stattdessen kam der Titel “Come and go with me”.

Eine Nummer, die gerade beim sehen des Videos eigentlich nur Acapella sein kann ist der nachfolgende Titel “Didn’t my Lord deliver (daniel)”.

Bendet wurde der 2. Teil des Konzertes und dem großen Gospelpart des Josefschor wieder mit einem Titel des Oslo Gospel Choirs “Shout for joy”. Was übersetzt natürlich viel Sinn macht, man ruft vor Freude.

Nun gab es nochmals Gospels von der Metallharmonie. Und hier waren Ohrwürmer angesagt. Begonnen wurde mit “Amen / This is light of mine”. Danach folgte ein Medley in dem dann traditionelle Gospel wie “Go tell it on the mountain”. Ich meinte auch “Old time religion” in der traditionellen Fassung rausgehört zu haben und ich meine sogar nochmals Amen war darin verbacken.

Zum Abschluss wurde das “Oh happy day” wieder zusammen mit der Metallharmonie Binningen gesungen, aber mit dem St. Josefchor aus dem badischen Rheinfelden natürlich ein interessantes Zusammenwirken zwischen Blas- und Symphonieorchester und einem Gospelchor. Ich hatte allerdings den Eindruck gehabt das Blasorchester möchte schnell den Song noch hinter sich bringen. Von daher mal schnell “Oh happy, oh happy day when Jesus washed”, dann schnell etwas Hauptteil und kurz den Schlussvamp und das sollte dann reichen an Happy-Day-Version. Glücklicherweise wurde es dann gleich nochmals wiederholt.