Gospel für eine gerechtere Welt – Konzept eines Themenabens Bildung in Kamerun

Die Aktion „Gospel für eine gerechtere Welt“ wir von mehreren Hilfsorganisationen mit getragen. Eine davon ist „Brot für die Welt“. Am Kirchentag in Dresden im Jahre 2011 wurde hierzu folgendes Interview produziert

http://www.youtube.com/watch?v=bGBQBOdlsHU

Mir sagt der Inhalt des Interviews allerdings nur, es ist da schonmal eine solide Hilfsorganisation, die hinter der Aktion steht. Was dann genau unterstützt wird klingt mir zu allgemein und eher schon abgewälzt, da gleich darauf hingewiesen wurde, dass sie vor Ort mit einem entsprechenden Partner zusammenarbeiten würden, der schon wisse was konkret zu tun sei. Bei mir heisst es dann schnell „nett und genau dieses Konkrete möchte ich jetzt mal von Ihnen wissen“. Deswegen habe ich auch weiter recherchiert, mich ausgetauscht und ein paar Informationen zusammenzutragen wie in diesen Ländern die Vorortsituation aussieht. Gute Eltern sind auch nicht beruhigt darüber, dass sich das Kind z. B. über erhaltenes Geld gefreut hat, sie möchten auch gerne erfahren, ob ihr Kind dies auch sinnvoll verwendet hat.

Ein weiterere große Hilfsorganisation, die auch als Partner in die Aktion „Gospel für eine gerechtere Welt“ eingebunden ist, ist der Evangelische Entwicklungsdienst – kurz EED. Er setzt vorallem stark auf Bildungsprojekte wie z. B. ein Ausbildungszentrum zur Trocknung von Früchten.

Bereits in dem letzten Themenabendkonzept für „Gospel für eine gerechtere Welt“, bei dem das Land Burkina Faso und die Problematik in Burkina-Faso im Zusammenhang mit dem Projekt einer Gesundheitsstation aufkam war der starke Glaube an Methoden aus der Naturmedizin, die von Medizinmännern praktiziert wurden. Das Wissen z. B. über Methoden aus der Schulmedizin waren einfach nicht bekannt und man fragt sich, wenn man die Völker mal besucht wie man das eigentlich vermitteln soll, wenn die gemeinsame Basis fehlt.

In Anbetracht der noch bestehenden Eurokrise fragt man sich vielleicht warum soll man sein Geld jetzt für Staaten in den Entwicklungländern investieren. Vielleicht haben die in den vergangenen Jahren einfach nicht richtig geplant und wären sonst auch etwas geworden. Wenn man davon hört, dass z. B. in der Republik sehr viel Tropenholz vorallem nach Europa exportiert wird, dann kann man natürlich erst einmal denken, durch den Export haben sie ja jede Menge Einnahmen und können so ihre Wirtschaft stärken.

Das Video zeigt allerdings die Realität und die sieht da ganz anders aus. Die Einwohner haben von dem Holzabbau so gut wie nichts. Was der Wirtschaft in solchen Ländern tatsächlich helfen würde ist der faire Handel. So wie in Burkina Faso wird auch in Kamerun Baumwolle angebaut. Wie hier fairer Handel aussehen könnte zeigt das nachfolgende Video.

http://www.youtube.com/watch?v=bRBgRgIemHA&feature=related

Was in Kamerun erstaunlich ist, es gibt sehr viele Christen dort. Kann natürlich dadurch kommen, dass Kamerun früher mal eine deutsche Kolonie gewesen ist. „Afrika überrascht immer wieder“. Das kann es natürlich durchaus, allerdings brauch es durchaus Zeit, um ein Land, deren Einwohner und die Kultur erst einmal zu verstehen.

Und man kann viel in Kamerun bewirken. Am 08. Juni 2011 erkannte z. B. der Verein indent africa, dass die Jugendlichen in Kamerun vorallem eine gute Bildung benötigen und hier das System noch krankt. Es bringt dabei wenig den Menschen lange Vorträge zu halten wie man gute Bildung schaffen und gestalten kann, sondern sie möchten gerne als gleichwertig behandelt werden, also eine Partnerschaft in Augenhöhe. Der Verein stellte innovative Projekte zusammen, die speziell so ausgerichtet waren, dass die Abwanderung von der ländlichen Region in die Großstädte oder gar in die europäischen Industrieländer eingedämmt wird.

Eines ihrer Projekte
Traditionelle Baustoffe und Baumethoden im Norden Kameruns im Fokus der Forschung

Frauen in Kamerun leben im Wandel. Zum einen leben sie nach Traditionen, die vorallem im ländlichen Bereich anzutreffen sind, zum anderen sind sie auch modern eingestellt und entsprechend offen, wenn sie in einer Großstadt oder einer größeren Stadt wohnen. Gerade in ländlichen Regionen haben die Frauen wenig Rechte, es gilt Gehorsam zu leisten und sich unterzuordnen. Geld wird vom Mann verwaltet und das eine Frau irgendwelche Besitztümer hat ist äußerst ungern gesehen. Die Frauen haben aber im Vergleich zu Deutschland nahezu viermal soviele Kinder. Während in Deutschland die Lebenserwartung inzwischen so um die 80 Jahre beträgt, werden die Menschen in Kamerun im Durchschnitt so um die 51 Jahre alt. Kamerun kann man auch als das Land der Jungerwachsenen betrachten, denn das Durchschnittsalter dort beträgt 19, während es bei uns in Deutschland bei 43 liegt.

Vom „blos nichts sagen“ ist schnell die Rede, wenn man sich in die Situation von Frauen in Kamerun hineinversetzt. Man erfährt davon, dass dort noch die Beschneidung praktiziert wird, es gibt noch die Zwangsehe und zu sexuellen Übergriffen kommt es ab und an leider auch.

Eine Kamerunerin hatte über sich selbst mal geäußert, dass ihre Landsfrauen eigentlich starke Frauen sein müssen. Die Frauen in Kamerun würde bereits morgens schon LKWs hinterherlaufen, um Waren zu verkaufen. Sie schlafen durchaus öfter mal unter freien Himmel und die Marktfrauen sind morgens die ersten Frauen, die auf den Straßen anzutreffen sind.

Für Elke S. schlägt das Herz schon lange für Kamerun. Mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn setzt sich die engagierte Frau für Kamerun ein. Die Projekte bauen aufeinander auf, erklärt Elke S., die vorallem dieses Prinzip sehr schätzt. Gerade der Netzwerkgedanke zu der Gedankenaustausch, das füreinander Dasein und sich ergänzen zählt wird hierbei sehr groß geschrieben.

Gerade das lesen und schreiben lernen wird bei etwa 100 Mädchen und Frauen gefördert, um Anschluß an die Umwelt zu erhalten und ihren Selbstwert zu stärken.  Einen ausführlichen Bericht über die Arbeit von Elke S. können sie im Beitrag „Bildung ist keine Selbstverständlichkeit“ lesen.

Auch erfährt man ab und an von Gewalt wie in einem Erlebnisbericht von Mireille Makampe zu lesen ist. Das weibliche Geschlecht zählte um die Zeit von 1950 jedenfalls nicht, da galt die Vorstellung Frauen gehören an den Herd und das gibt es gar nicht, dass Töchter in die Schule geschickt werden.

Schnell hat man gerade bei weniger bekannten Hilfsorganisationen den Eindruck, an oberster Stelle kommt das „bitte, bitte gebt uns..“. Ich hatte mich kurz mal mit einer  Afrikanerin, die aus Kamerun kommt und seit länger Zeit in Deutschland lebt unterhalten. Sie leitet selber einen entsprechenden Dienst. Sie hält wenig davon, dass die Mitmenschen hier erst einmal auf den Gedanken kommen „bitte, bitte gebt uns“. Aus dem Grund wird gar nicht so auf Werbung gesetzt und sie verfolgt mehr das Motto „Findet man etwas gut, dann möchte man vielleicht denen auch was Gutes tun“. Sie sagt auch ganz klar, dass viele Europäer, wenn sie auf die Idee kommen in Afrika wirken zu wollen von den Einheimischen angeschaut werden „was will den der“. Grund ist, die Mentalität, die Kultur und die Art und Weise wie das Leben gestaltet wird ist ganz anders. Sie ist überzeugt viele Personen aus den Industrieländern kommen in einem afrikanischen Land einfach nicht zurecht. Es bringt auch wenig, wenn man Leuten aus Ländern wie Kamerun meint grundsätzlich alles zeigen zu müssen. „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist auch für sie das Zauberwort. Aus dem Grund sagt sie sich, wenn die Mütter einer Siedlung in der Lage sind ihre Kleinkinder selbst großzuziehen, erst dann kann man sie begleiten wie sie auch noch mehr Dinge in ihrem Leben optimieren können und auch begleiten, dass diese Kinder später eine Zukunft haben.

Der Direktor der Deza, Walter Fust hat es geschafft in 3 Worten zu beschreiben was Länder wie Kamerun faktisch brauchen „Unterstützung, um sich selbst helfen zu können“. Und es reicht nicht einfach mal zu zeigen so macht man es grundsätzlich. Es muss ihnen Entwicklungspotential aufgezeigt werden und sie müssen auch lernen zu erkennen wie man verschiedenste Dinge vielleicht noch besser optimieren kann.
Diese Hilfe ist eigentlich recht vielfältig.

Ein riesen Problem in diesen Ländern ist nämlich, die Abwanderung aus ländlichen Regionen. Mit dem Einkaufsmarkt hatte man es geschafft die Wirtschaft in dieser Dorfregion zu stärken und die Abwanderung einzudämmen. Der richte Absatz, Materialwirtschaft und was zu einem richtigen Handel so dazugehört musste natürlich erst einmal vermittelt werden. Man darf nicht vergessen, dass unsere Industrienationen auch von diesen Ländern abhängig sind, denn gerade die tropischen Früchte müssen wir importieren und auch viele Rohstoffe kommen aus diesen Ländern. Denke man beispielsweise an den Kaffee, den wir morgens trinken oder die Baumwollkleidung, die wir tragen.

Ein gutes Beispiel wie ein Wüstenstaat es trotzdem schafft sogar Obst und Gemüse anbauen zu können und die Elemte der Natür hier gekonnt nutzen zu können beweist der Oman.

Ähnlich den Bissen oder den Wasserläufen in Südtirol wurden sogenannte Aflaj angelegt, durchaus kilometerweite Wasserwege, die es ermöglichen weite Landstriche mit kostbarem Süßwasser aus dem Gebirge zu bewässern. Auch hier hat es guter Bildung bedurft, man musste sich lernen mit dem Wasser zu solidarisieren und es so zu organisieren, dass es immer gerecht zu verteilen, damit sich keiner benachteiligt fühlt.

Wärend man bei uns nach der Mittleren Reife oder auch nach dem Abitur mit einer Berufsausbildung beginnen kann, muss man in Burkina Faso froh sein, wenn man eine Ausbildung beginnen darf, bei der man versucht diese nach dem dualen Ausbildungssystem umzusetzen. Die Schulpflicht ist wesentlich kürzer als bei uns bereits nach 6 Jahren darf die Jugend mit einer Lehre beginnen, wobei die Jugendlichen vom Staat ein Stipenium erhalten, bei dem die Hälte der Kosten so um die 100 € im Jahr vom Staat getragen wird. Die anderen 100 € müssen sie schauen dass sie diese selbst zusammen bekommen.

Sehr informativ stellt die Tikato, die mit der Organisation „Brot für die Welt“ zusammenarbeitet ein Bildungsprojekt in Burkina Faso vor

Als ich mir Gedanken gemacht hatte wie ich das Konzept für das Bildungsprojekt der Creativen Kirche aufbaue, hatte ich mit Ursula Garden ausgetauscht, sie kenne ich von Facebook her und weis, dass sie schon häufig über Hilforganisationen vor Ort in Kamerun geholfen hatte. Ich fragte sie einfach mal, wie es denn bei ihr aussehen würde, wenn sie z. B. für Bildungsmöglichkeit bei den afrikanischen Einwohnern sorgen soll. Sie erzählte mir sodann „Als ich zu einer Schule in kam, in der Kindern eines Dorfes in Kamerun Unterricht angeboten werden sollte musste ich als allererstes schauen woher ich etwas bekommen konnte, damit sie sich überhaupt Notizen machen konnte. So verwendete einen kleinen Teil an Spendengeldern ausgegeben, die mir zur Verfügung stand, glaube gerademal 5 Euro, um für die ganze Schulklasse erst einmal Bleistifte zu besorgen. Sie hatten nämlich nicht einmal dies gehabt“.

Es betrifft eigentlich ganz Afrika, denn nicht nur in Südafrika ist das Problem mit der Multiligualität anzuteffen. Alleine schon in Burkina Faso gab es immer schon verschiedenste Einheimischenstämme und jeder Stamm sprach seine eigene Sprache. Hinzu kommen dann noch soziale und ethnische Unterschiede. Wenn man jetzt Kinder aus verschiedenen Stämmen unterrichten möchte, dann gibt es ein Problem. Die unterschiedlichen Kinder müssen erst einmal eine gemeinsame Sprache haben, um denen einheitlich etwas vermitteln zu können, zum anderen, um sich auch untereinander verständlich zu machen.

Es ist vorallem für die Jugendlichen von uns kaum vorstellbar, dass es in einem Land in Afrika es tatsächlich Kinder und Jugendliche gibt, die sich sogar freuen, wenn sie zur Schule gehen dürften. Kenn man von uns eher „ieh, langweilig schon wieder in die Schule und dann wieder diesen vollöden Unterricht“. Ganz deutlich äußert sich der Lehrer, dass es früher in dem Dorf überhaupt gar keine Schule gab und der Nachwuchs lange Wege in Kauf nehmen mussten, um zu einem Dorf zu gelangen, das übereine Schule verfügte und dann stand immer noch die Frage im Raum, kann man sich die Schule für die Kinder sich finanziell überhaupt leisten. Die Bauern aus dem Dorf hatten sich selbst zusammengetan, eine Schule errichtet und einen Lehrer eingestellt, der jetzt um die 50 Kinder unterrichtet.

In der Schule lernen die Kinder nach Ansicht des Lehrers vorallem wie sie sich im Leben zurechtfinden können und genießen eine ergänzende Erziehung bzw. kriegen entsprechende Umgangsformen beigebracht. Was für ihn wichtig ist, ist die Fähigkeit selbständig Entscheidungen treffen zu können, aber das kann man nur erlangen, wenn man diese zuvor beigekriegt hat. Bei den Eltern in der Familie lernt man vieles davon nicht.

Genau die Problematik mit den großen Klassen in denen gemeinsam fast 60 Kinder unterrichtet werden müssen sieht eine Ordensschwester einer katholischen Hilfsorganisation, die sagt, dass sie an Unterrichtsstoff viel mehr vermitteln könnte, wenn die Klassen entsprechend kleiner wären. Und die Lehrer in den Schulen können froh sein, wenn sie überhaupt entsprechende Materialen für den Unterricht haben, um diesen auch entsprechend anschaulich gestalten zu können. Aber auch schon an der Lehrerausbildung und der Kontrolle des Unterricht scheitert es. Wie aus dem Video zu erfahren ist die kommunale Verwaltung nicht in der Lage notwendige Dinge wie eine gute Lehrerausbildung, Unterrichts- und Ferienzeiten festzulegen oder zu schauen ob die Schule überhaupt besucht wird.

Die Ordensschwester, die in dem Video zu Wort kommt erzählt stolz von einer Schule in der maximal nur 30 Schüler in einer Klasse sind und somit die Lehrer auch längst nicht so überfordert sind wie bei den typischen Klassen von 60 Schülern. Durch das hohe Bildungsniveau, das in dieser kirchlichen Schule herrscht erhielten diese vom Staat Nigeria sogar eine Auszeichnung.

In einem Bericht in der Stuttgarter Zeitung mit dem Titel „Afrika zu Gast in Ludwigsburg„. Zu lesen ist darin, dass in der Klasse größtenteils 4 Schüler in einer Bank sitzen, die eigentlich nur für 2 Schüler konzipiert wurde. Weiteres ist in dem Pressebeitrag zu erfahren.

Erschreckend ist zu erfahren, dass es in Nigeria zwar Grundschule gibt, viele davon allerdings unter Bäumen stattfinden, weil einfach kein Schulgebäude vorhanden ist. Zustände, die in einem modernen Industrieland wie Deutschland oder der Schweiz nicht vorstellbar wären. Da wäre allenfalls die Frage nach einer Sanierung von Gebäuden die Frage, um sie auf den energetisch neuesten Stand zu bringen. In einem anderen Blogpost wurde von einer Nähmaschine für Burkina Faso geschrieben das sogar existenzielle Dinge dort fehlen wo bei uns z. B. eine Nähmaschine schon zur Grundausstattung einer modernen Hausfrau gehört.

Was schon relativ genau das Projekt in Burkina Faso beschreiben würde, dass 2012 im Rahmen der Aktion „Gospel für eine gerechtere Welt“ unterstützt werden sollte ähnelt einem Projekt von Sustainet einem Projekt, das den Landwirten in diesen Ländern vermittelt wie man nachhaltige Landwirtschaft betreibt und so auch die Ernährungsgrundlage sichert. Dazu gehört nicht nur soziale Gesichtspunkten wie man z. B. eine Arbeitsteilung organisiert sondern auch der Umgang mit Land, mit Wasser aber auch wie vertreibe ich die Produkte so, dass man sich nicht unter Wert verkauft und das man gegenüber seinem Gegenüber sein Gesicht wart.

An der Fernuni-Haagen wurde vor einiger Zeit mal eine Studienarbeit über das Südafrikanische Bildungssystem erstellt. Da die sehr umfangreich ist konzentiere ich mich einfach mal auf das Thema Sprachen als Bildungsbarrieren, da dies Problem auch in Burkina Faso anzutreffen ist.

Versetzen wir uns einfach mal in einen 8jährigen Schüler, einen Schwarzen hinein, dessen Eltern sich in der Hoffnung Arbeit in der Stadt zu finden auf den Weg machen. Nach einiger Zeit finden sie auch Arbeit auf einer Baumwollfarm. Auf der Farm erhalten sie ein einfaches Ein-Zimmer-Wohnhaus, das zum Glück über Strom und Wasser verfügt. Immerhin entsteht über die Farm der Kontakt zu einer Grundschule und der Junge, nennen wir ihn Tuando wird eingeschult. Seine Mitschüler versteht er mit unter nur begrenzt. Die einen sprechen Xhosa, andere wiederum sprechen Afrikaans und ein paar, die wohl von der Hauptstadt auf Land kamen sprechen schon die Landessprache Französisch.  Viele Fächer werden auf der Schule allerdings auf Französich unterrichtet, um die Schüler an die Amtssprache heranzuführen.

Er wächst heran und schafft es nach der höheren Schule sich an einer Highschool in Südafrika zu imatrikulieren. Viele der Vorlesungen werden dort auf Afrikaans gehalten. Das ist schonmal eine Fremdsprache für ihn. Zum anderen sind findet Tuando dort viel Literatur, die in Englisch geschrieben ist, da dies die Amtssprache in Südafrika ist als noch eine zweite Fremdsprache, die er erst einmal lernen muss.  Die Zwischenexamina und das Schlussexamen erfolgen ebenfalls in Englisch.

Von einer Bekannten, die in Bayern lebt habe ich erfahren, dass die Hilfsorganisation bei der sie ab und an arbeitet einen solchen Studenten durch Spenden ein Stipenium finanziert hatte, weil er und seine Eltern selbst gar nicht in der Lage gewesen wären das Geld für das Studium und die Miete für ein Zimmer in der Unistadt finanzieren zu können.

Das große Problem bei solchen Ländern wie Burkina Faso sehe ich das unvorbereitet sein. Haben sie sich z. B. darauf eingestellt, dass eine lange Trockenzeit besteht und sie sich jetzt daran gewöhnt haben die Felder zu wässern und auch für Düngung zu sorgen stehen die Einwohner ziemlich ratlos da, wenn es plötzlich anfängt zu regnen und es zu einer Überflutung kommt. Erst durch eine gute Bildung, die sie die Hilfe zur Selbsthilfe beibringt erfahren solche Menschen, dass es beispielsweise bei Trockenheit auch wichtig ist daran zu denken wenn man wieder Wasser vorhanden ist und das man darauf auch eingestellt sein muß, dass man beispielsweise das Wasser dann speichert, um es für Trockenphasen zu nutzen und das man auch den landwirtschaftlichen Anbau so ausrichtet, dass sowohl Pflanzen angebaut werden, die Dürre gut verkraften, allerdings auch Pflanzen die mit Hochwasser überstehen. Auch nützt es wenig, wenn man etwas anbaut es sollte sich ja auch Gedanken gemacht werden wie vertreibe ich die Produkte oder was sind Voraussetzungen damit die Früchte gut gedeien.

Ein sehr tollen Bildungsprojekt war ein Projekt gewesen, bei dem eine schweizer Hilforganisation in einem Ort in Burkina Faso das duale Ausbildungssystem eingeführt hatte.

Die traditionelle Ausbildung der Jugendlichen erfolgt meist durch die Eltern oder die Verwandschaft. Es wurde ihnen einfach abgeschaut wie die das so gemacht haben. Da ist natürlich zu hoffen, dass diese ihr Handwerk oder ihre Dienstleistung auch richtig gemacht haben. Ein guter Zweiradmechaniker kann in Burkina Faso schon ziemlich gut leben. Es sind die guten Gesten, die einem dann ein Kunde seinem Lieferanten bringt. In dem Interview im Video erzählt der Azubi, dass er sich gut fühlen kann, wenn er einem Kunden sein Moped übergeben kann und dieser ihn für seine Arbeit würdigt und ihm verspricht, dass er ihm einen Kanister Wasser kaufen wolle. Auf diese Weise hat der Mechaniker schon wieder etwas mit dem er seine Familie direkt ernähren kann.

Ein anderer Azubi berichtet ganz stolz, dass er durch den Berufsschulbesuch neben lesen und schreiben sogar Französisch lernt was die Amtssprache in Burkina Faso ist. Vorallem das auch im Umland die Möglichkeit einer Berufsausildung durch eine schweizer Hilforganisation eingeführt wurde konnte auch ein stückweit die Landflucht eingedämmt werden, da die Bevölkerung und vorallem die junge Bevölkerung plötzlich eine Perspektive bekam und sich gebraucht fühlten.

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