Dottie Peoples – Hintergründe zum Titel Back to the old church

Ich war einfach mal auf der Suche nach einem Titel, der thematisch in die Zeit zwischen Jahresanfang und Ostern passt. Gefunden habe ich einen Titel, der vielleicht vom Inhalt aktueller denn je ist und der eigentlich in jede Jahreszeit passt.

Es ist davon auszugehen, dass Dottie Peoples sich auf einen Weihnachtsong von Charles Dickens „return to the old church“ bezogen haben. Tom Bray hatte aus diesem Titel eine Soloversion gemacht mit einer Kernaussage

Wenn Du jemals einen Wunsch gehabt hast zurück in die Zeit und Erfahrung der Magie zu gehen und weiter sagt er, dass man genau jetzt eine Chance dazu hat. Recherchiert man ein bisschen im Internet stößt man plötzlich auf Charles Dickens. Nur was hat Charles Dickens damit zu tun und warum findet sich dort plötzlich ein Buch „Eine Weihnachtsgeschichte“. Sehr viel hat sie mit dem Inhalt des Gospels zu tun. Kurz zusammengefasst, es geht in dieser Geschichte darum, dass einem alten Mann ein Geist ihm immer wieder begegnet und ihn auffordert an ihn zu glauben.

http://www.youtube.com/watch?v=GfnP5EOyCIQ

Viele Geister sind ja böse Geister. Allerdings es wird in der Geschichte schnell klar, dass der Geist praktisch ein Stellvertreter von Jesus oder Gott ist. Diesem alten Menschen macht der Geist plötzlich bewußt, dass er sich mal Gedanken zum Thema Nächstenliebe machen sollte und zeigt ihm eine Bettlerin, die am Straßenrand sitzt.

Die Farbigen benutzen das Wort „Church“ durchaus einfach dazu, um gelebte Gemeinschaft auszudrücken. So sagen diese durchaus auch mal „let’s have church“ – also lasst uns zusammenkommen und die christliche Gemeinschaft erleben, das kann dann natürlich durchaus auch zum Gottesdienst dienen.

Was der Gospel uns damit sagen möchte. Wir leben heute in einer Gesellschaft, die einfach so vor sich hinlebt. Viel zu sehr wird an Karriere gedacht, in der Wirtschaft steht erstmal der Umsatz vor allen anderen Dingen und in der Weltpoltik macht man sich mehr Gedanken um die Stärkung einer europaweit einheitlichen Währung.

Vergessen werden schnell mal die sozial benachteiligten Menschen. Keiner macht sich Gedanken um die ganzen Flüchtlinge, die aus Syrien fliehen oder aus Gebieten, die eine andere Auslegung des Islams vertreten und die Menschen dort schlichtweg unterdrücken und manipulieren. So wie wir ja leben möchten, möchten diese Menschen auch gerne leben.

Allerdings Nächstenliebe ist eigentlich ein Übersetzungsfehler in der Bibel. Wie schon Ruth Lapide richtig gestellt hat, heißt es genau genommen, Du sollst für jemanden da sein, der Dir nahe steht und der Dir einfach wichtig ist. Du sollst dabei allerdings selbst nicht zum Opfer werden.

Zusammengefasst geht es eigentlich um die Werte, die auch Dickens meint, dass sie in der Welt verlorengegangen sind.

In seinem Buch „eine Weihnachtsgeschichte“ wir Dickens selbst erlebtes verarbeitet haben, denn wenn man seine Biografie liest, dann findet man auch viele Schicksalsschläge. Erst zu einem späteren Zeitpunkt wird er christlich.

In der Wiki findet man zu Old Church allerdings andere Informationen. Hier ist von Bethaus die Rede. Diese waren in der Zeit des Bürgerkrieges und der „Underground Railroad“ einfache Häuser oder Hütten, die von dem Farbigen zu Gottesdiensten benutzt wurden.

Grafik: Hal Jesperson - cwmaps.com

Die Aussage aus „eine Weihnachtsgeschichte“ lässt sich auch auf die Geschehnisse des amerikanischen Bürgerkrieges und auf die Sache mit der „Underground Railroad“ übertragen. Wie oben erwähnt, hatten die Farbigen Beethäuser eingerichtet gehabt. Auch hier wird es nicht nur Menschen wie John Newton gegeben haben, bei denen eine Stimme erschienen ist, die einen immer wieder hinterfragt hat, ob es wirklich sein muss, dass die afroamerikanischen Sklaven unterdrückt werden müssen. Darf man die nicht als Menschen leben, die in das Land gebracht wurden und jetzt einfach nur den einfachen Wunsch haben – friedlich leben zu wollen. Ein solcher Mensch war beispielsweise Dr. Martin-Luther King, der seinem Volk einfach mal sagte „Aufwachen, ich habe zwar nur einen Traum – aber es wäre doch schön, wenn Weiße und Farbige“ mal friedlich nebeneinander leben könnten.

Andere Beispiele wären Nelson Mandela, dem die Abschaffung der Appartheit (Rassentrennung) in Südafrika gelungen war. Und nicht zuletzt durch die Öffnung der Grenzen und dem Fall der Mauer in Berlin wo man plötzlich erkannte, die Menschen im Osten sind auch Deutsche und zwar solche wie die im Westen und keineswegs schlechtere oder andere Menschen. Einfach nur Menschen.

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