Gospelchöre mußten Umdenken – Corona und alles wird plötzlich anders

Als Anfang des Jahres 2020 sich plötzlich von China her das Covid-19-Virus, hierzulande auch als Corona ausbreitete sollte das Jahr plötzlich ganz anders werden. Biblisch könnte man fast meinen die Sinnflut 2.0 ist über die Menschheit ausgebrochen. Mitte März hieß es plötzlich, über die Grenze in die Schweiz oder nach Frankreich darf man nicht mehr. Bauzäune wurden aufgestellt. Bei einem Workshop in Neustadt (Weinstraße/Pfalz) mußten die 2 Dozenten plötzlich sagen „Tja aus Dänemark dürfen wir nicht ausreichen, Grenze geschlossen“. Und plötzlich wurde das Singen zum Problem. Der Grund erklärt das erste Video.

„Gospel ist nicht tot zu kriegen“, so die Überzeugung von Ruprecht Helms und so manche Chöre sagten sich. Wenn es nicht in einem Raum geht und wegen der Aerosole viel frische Luft empfohlen wird, dann proben wir eben unter freiem Himmel. So machte es beispielsweise ein Chor in Jena in den Monaten kurz vor den Sommerferien. Im Herbst, gerade gegen Ende Oktober, im November sowie in der Winterzeit wird es mit der Chorprobe im Freien natürlich schwieriger. Aber viele Chöre wurden hier kreativ und so wurden Proben beispielsweise in leerstehende Parkhäuser verlegt. Oder aber wie in dem Video zu sehen, es wird einfach an der frischen Luft geprobt, wobei die Aufnahme wohl in der Zeit Frühjahr bis etwa Mitte Oktober entstanden sein wird.

Im Gesangsunterricht sind Methoden wie im Video „Chorprobe während Corona“ des BR zu sehen ist im Dialog problemlos über Skype möglich, mitunter sogar ziemlich synchron. Mit Videokonferenzsoftware wie Jitsi und Zoom ist es nicht möglich dass alle gleichzeitig singen, das würde dann sehr schnell übersteuern. So gilt es halt die Teilnehmer stumm zu schalten. Trotzdem ist es möglich die Proben mit Einsingübungen und Tipps zum sängerischen Ausdruck so zu gestalten, dass sie fast eine Chorprobe im realen Leben rankommen. Ein Gospelchorleiter hatte hier auch von sehr positivem Feedback berichtet, das er erhalten hatte als er auf die Idee gekommen war bedingt durch die Situation die Proben auch online oder als dort noch keine Ausgangssperre in Österreich bestand als Hybridform anzubieten.

Einen guten Gedanken hatte hier Georg Weilguny, Gründer und Leiter des Longfield Gospel Choir (Wien) gehabt und sogar einen Song mit dem Titel „As long as I can sing“ komponiert. Solange man singen kann, dann sollte man es auch tun.
Singen und vorallem Gospelt verbindet. Gerade in der Lockdownzeit werden viele Chöre davon betroffen sein plötzlich nicht mehr in gewohnter Weise auftreten zu dürfen. Neue Formen sind jetzt gefragt. Beispielsweise das Singen per Videokonferenz. So entstand beispielsweise die Corona-Version des Titels „Peace“.

Mark De-Lisser hatte den Gedanken des gemeinsamen Singens und die Möglichkeiten, die Socialmedia hier bietet weiter ausgebuat. Als Bill Withers, von dem neben „Lean on me“ auch die Songs „Lovely Day“, der auch von Kirk Franklin gecovert wurde oder der Jazztitel „Ain’t no sunshine“ stammt verstorben war, wittmete der Gründer und Leiter des ACM Gospel Choirs, London diesem Künstler einen Song. Und er sagte sich, dieser Song soll um die Welt gehen. Er fragte zu Anfang erst einmal um Audioaufnahmen. Später folgte ein Abend mit mehreren Zoom-Meetings. Aus den Ergebnissen wurde dieses Video zusammengeschnitten, dass beweist, dass die verschiedensten Sängerinnen und Sänger aus England, aus Nizza, aus dem basler Raum, aus Deutschland, aus Übersee, am virtuellem Sandstrand, aus dem Hotelzimmer oder sonst wo auf der Welt in der Lage sind ein Lied gemeinsam zu performen.

Bis Dezember 2019 kannte man es sehr oft, dass man sich zum Singen und Gospeln in einer Kirche, einem Klassenraum, einem Raum eines Gemeindezentrums oder häufig auch in einer Kultureinrichtung zum Proben getroffen hat und Konzerte in Kirchen, Hallen oder großen Sälen statt fanden. Plötzlich kam ein Umdenken, denn wie begegnet man der Tatsache, dass Singen gut für die eigene Psyche ist und auch nachgewiesen ist, dass es das Immunsystem stärken kann. Was tun nun gegen die Problematik der Aerosolverbreitung, aufkommenden Problemen wegen Lüfung der Räume, das ständige Desinzifieren und all die Dinge, die es plötzlich zu beachten gibt. In den eigenen 4 Wänden ist vieles möglich und dank der Cloudlösungen rückt die Welt wieder zusammen. So bieten sich plötzlich völlig neue Möglichkeiten über die Socialsinging-Community Smule. Hier finden sich schnell begeisterte Sänger, finden sich in einer Gruppe zuzsammen und performen einen Song, singen im Duett oder probieren sich auch mal solistisch aus.

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